Am Flughafen Leipzig/Halle haben am Montagabend rund 260 Menschen gegen einen Abschiebeflug nach Afghanistan demonstriert. Zu dem Protest hatte ein linkes antirassistisches Bündnis aufgerufen; auch mehrere Afghanen beteiligten sich daran. Wenige Stunden später startete vom Flughafen aus ein Charterflug in Richtung Kabul. Der Bund hatte den Kreis der von Abschiebungen nach Afghanistan betroffenen Personen zuletzt ausgeweitet.
Nach Informationen des Luftfahrtportals ehl media hob ein Airbus A320-214 der Fluggesellschaft Freebird Airlines in der Nacht zum Dienstag um 1.43 Uhr zunächst in Richtung Trabzon in der Türkei ab und setzte seinen Flug anschließend nach Kabul fort. Das Portal berichtete zudem, mehrere Personen seien mit Handschellen in das Flugzeug gebracht worden. Offizielle Angaben zur Zahl der Abgeschobenen oder zu möglichen Straftaten der Betroffenen machten die zuständigen Behörden zunächst nicht.
Nach Angaben der Veranstalter und der Polizei versammelten sich am späten Montagabend rund 260 Menschen am Flughafen, um gegen den Abschiebeflug zu protestieren. „Diese Abschiebungen können nur aufgrund der Hinterzimmerdeals der Bundesregierung mit den Taliban stattfinden“, erklärte Bündnissprecherin Luca Müller.
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