Vertraut man den demoskopischen Oberflächenbohrungen, so ist Verteidigungsminister Boris Pistorius derzeit angeblich der beliebteste deutsche Politiker. Dem Sozialdemokraten fliegen nicht nur Sympathien beim Wahlvolk zu, er wird zudem mit einem Wehretat in stratosphärischen Höhen von 108 Milliarden Euro beschenkt.
Erklärt sich darin möglicherweise der verklärte Blick der Deutschen auf ihren Verteidigungsminister? Ein Politiker, der in einer Zeit, in der tausende Betriebe der Privatwirtschaft jeden Monat in die Pleite gehen, aus dem Vollen schöpfen kann und unterm Strich dennoch rein gar nichts bewerkstelligt, außer dem Rüstungssektor eine Sonderkonjunktur zu bescheren?
Pistorius kann problemlos als Symbolfigur des deutschen Abstiegs gelten. Es wird mit Kredit regelrecht um sich geworfen; dabei scheut man auch vor Bilanzbetrug (Sondervermögen) nicht mehr zurück. Die Prinzipien des vorsichtigen Kaufmanns besitzen keine Geltung mehr. Das gilt für ein Land, das ökonomisch verfällt und dessen politische Klasse sich ausschließlich auf die reibungslose Mechanik der beiden großen Umverteilungsmaschinen – Klimasozialismus und Rüstungsindustrie – fokussiert hat.
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