„Zerbricht die Regierung bei der Rentenfrage?“ will Louis Klamroth wissen. Das Rentenpaket der schwarz-roten Koalition steht zur Debatte. Die „Junge Gruppe“ ist noch immer nicht bereit, zuzustimmen. Lehnt sie ab, könnte das Rentenpaket scheitern. Dann bliebe wenig übrig von den angekündigten Reformen und die Regierung stünde kurz vor dem Aus.
Philipp Amthor (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, gehört der Gruppe an. Wortreich verteidigt er sich im Stil von Loriots Sketch „Die Bundestagsrede“. Ein Redeschwall ohne Inhalt. Er ist nach über acht Jahren im Bundestag rhetorisch einwandfrei. Doch auf die Rückfrage, wie er abstimmen werde, weicht der Berufsjugendliche im Nadelstreifenanzug aus. Jens Spahn hat den „Rebellen“ mit Verbannung aus der Politik gedroht. Wird Berufspolitiker Amthor seine Karriere für seine Prinzipien aufs Spiel setzen? Das ist eine Wette, die die Buchmacher wohl kaum annehmen würden.
So diskutiert man bei hart aber fair also weiter über die Rente. Markus Feldenkirchen, Journalist beim „Spiegel“, seziert die Schwäche der Regierung. Der CDU-Parteispitze fehle das Gespür für die interne Stimmung. Erst die gescheiterte Bundesverfassungsrichterwahl der SPD-Kandidatin Frauke Brosius-Gersdorf und jetzt das Rentenpaket. Er hält Amthor für keinen Rebell; beide lachen und scherzen. Das Publikum applaudiert. Fritz Müntefering beschwichtigt: Zu seiner Zeit hätte man den Skeptikern empfohlen, sich in ihrem Wahlkreis umzuhören und danach zu entscheiden. Der ehemalige SPD-Politiker, Vizekanzler und Arbeitschef findet das Vorgehen von Lars Klingbeil richtig, den Entschluss zum Rentenpaket nicht mehr zu ändern. Er hat damit Erfahrung: zu seiner Zeit brachte er die Rente mit 67 durch. Die Nicht-Reform von Lars Klingbeil unterstützt der alte Parteisoldat trotzdem.
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