Was die Regime-Gegner im Iran tun, darauf kommt es an

vor 5 Monaten

Was die Regime-Gegner im Iran tun, darauf kommt es an
Bildquelle: Tichys Einblick

Mojtaba Khamenei beginnt die Nachfolge seines Vaters Ali mit zwei Handicaps. Dem Anspruch der Verfassung der Islamischen Republik nach muss der Oberste Führer den höchsten klerikalen Rang eines großen Ayatollah haben. Dem entsprach schon Vater Ali nicht, Sohn Mojtaba noch weniger. Die Geistlichen der Versammlung der Experten sollen nur zugestimmt haben, weil die Revolutionsgarden es ultimativ verlangten. Halten wird Mojtaba Khamenei sich nach Meinung von Insidern nur können, indem er sein auf 100 Milliarden US-Dollar geschätztes Vermögen einsetzt (das er durch Briefkastenfirmen außerhalb des Iran gemacht hat).

Israel und USA töten am laufenden Band Kommandeure der Revolutionsgarden (IRGC). Sind genug von ihnen weg, könnte es eine klerikale Meuterei geben, sagen Kenner, und fügen an, die schwierigere Aufgabe wird sein, Mojtaba Zugang zu seinem Reichtum zu erschweren, damit er abweichende Kleriker nicht  bestechen kann, um an der Macht zu bleiben. Der Klerus hat die verfassungsmäßige Befugnis, Mojtaba zu entheben und zu entfernen.

Die Islamische Republik ist keine Diktatur eines einzelnen. Ruhollah Khomeini hat den Staatsapparat als weitverzweigtes, ideologisches System konstruiert. Die IRGC agieren mehr als ideologisches Imperium denn Militärmacht. Khamenei ist spiritueller und politischer Anker, aber die IRDC kontrollieren den Staatsapparat, beherrschen das Telekommunikationsnetz, den Energiesektor, die Häfen und den Schwarzmarkt. Schätzungsweise 30 bis 40 Prozent der iranischen Wirtschaft sollen von den IRGC kontrolliert werden. Mit dem Führungskomplex in Teheran wurde der Kopf des Apparates getroffen.

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