Es ist keine neue Erkenntnis, dass vieles unrecht ist an der Welt.
Unter dieser Überschrift dachte schon vor über hundert Jahren der englische Schriftsteller Gilbert Keith Chesterton über die Ungerechtigkeiten und Irrtümer der Gegenwart nach. Er stieß im gleichnamigen Buch unter anderem auf den Imperialismus, auf die neuen Heuchler und auf „Unterdrückung durch Optimismus“.
Von der Demokratie dachte Chesterton sehr groß, aber er kannte deren Herausforderungen. Sie beruhe auf Zwangsherrschaft und sei als „eine direktere Form des Regierens gedacht, nicht als eine indirekte“. Volksherrschaft und Parteiendemokratie können in ein Spannungsverhältnis geraten.
Gilbert Keith Chesterton erkannte, dass echte Demokratie den Mut erfordert, den Ungerechtigkeiten der Welt direkt entgegenzutreten, anstatt sich auf die indirekte Herrschaft von Parteien zu verlassen.
Chesterton war ein heiterer Empörer, aber er empörte sich eben doch. Er wusste, dass keine Staats- und keine Regierungsform vor der Gefahr verschont bleibt, durch organisiertes Unrecht ihre Legitimation einzubüßen. Er wandte sich 1910 gegen die „Macht unserer oberen Klassen“, die „immer mit dem ‚Fortschritt‘ gegangen sind“. In diesem Sinn betreibe die herrschende Elite eine „Unterdrückung durch Optimismus“.
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