Vorübergehend war Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) für kleine, halbwegs mutige Überraschungen gut. Die AfD-Fraktion wollte sie besuchen, tat es nach grünem und rotem Geschrei darüber aber dann doch nicht. Die Kirchen kritisierte sie ob deren Politisierung. Die Links-Partei rüffelte sie wegen ihres hinter Israelkritik versteckten Antisemitismus‘. Aber das war es dann schon. Seit 17. Mai ist Klöckner wieder Mainstream.
Die erst seit sieben Wochen amtierende Klöckner tritt aktuell in die Fußstapfen ihrer Vorgängern Bärbel Bas (SPD) und der vormaligen Innenministerin Nancy Faeser (SPD). Bas hatte anlässlich des Christopher-Street-Days im Juli 2022 in Berlin die Flagge der Schwulen- und Lesbenbewegung im Namen des Parlaments auf dem Reichstagsgebäude hissen lassen. Die Sache hielten manche Leute für so wahnsinnig bedeutend, ja historisch, dass die Fahne in die Sammlung des Deutschen Historischen Museums aufgenommen wurde.
Faeser hatte im Mai 2022 selbst beim Hissen der Regenbogenfahne vor ihrem Ministerium Hand angelegt. Wenig später, im November 2022, war sie bei der Niederlage der später schnell aus dem WM-Turnier ausgeschiedenen „deutschen“ Elf gegen Japan (1:2) auf der Ehrentribüne mit der „One-Love“-Armbinde aufgetreten.
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