Putins leerer Sieg

vor etwa 1 Jahr

Putins leerer Sieg
Bildquelle: Apollo News

US-Präsident Donald Trump behauptet, einen Friedensdeal mit Russland ausgehandelt zu haben – Details nannte er keine; entsprechende Stellungnahmen über einen möglichen Deal bleiben bislang vonseiten Russlands und der Ukraine aus. Offenbar, so berichten US-Medien übereinstimmend, sollen klare US-Sicherheitsgarantien für die Ukraine zunächst nicht benannt werden. Angesichts dessen zeichnet sich mindestens eine baldige Unterbrechung und, wenn es nach Trump geht, ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs ab.

Russland soll US-Medienberichten zufolge für diesen Frieden einiges bekommen: Die Krim soll durch die USA als russisches Territorium anerkannt werden – eine Anerkennung durch die Ukraine wird ausbleiben. Die weiteren besetzten ukrainischen Gebiete sollen auch zukünftig in der Hand Russlands bleiben.

Aus heutiger Sicht könnte das wie ein Triumph Putins erscheinen – in der Welt spricht man etwa von einem „Kapitulationsplan für die Ukraine“. Mathias Döpfner kommentiert unterdessen in der Bild: „Wenn Putin damit durchkommt und zusätzlich noch ein paar andere Gebiete der Ukraine kontrolliert und die Ukraine nicht in die Nato kommt, hat er alles und mehr erreicht, als er je erträumte.“

Das ist allerdings die kurzfristige Perspektive. Betrachtet man die mittlerweile drei Jahre, die dieser Krieg geht, kann man so ein Ergebnis nicht wirklich als einen Triumph für Russland deuten. Als russische Truppen in den Morgenstunden des 24. Februar 2022 in die Ukraine einfielen, stießen sie nicht in erster Linie im heutigen Gebiet der größten Kriegsanstrengungen, dem Donbass, vor, sondern direkt in Richtung Kiew. Das klar ersichtliche Ziel war es, die ukrainische Hauptstadt einzunehmen und dort mindestens eine Marionettenregierung zu installieren – in einem schnellen Schlag die ukrainische Armee insgesamt außer Gefecht zu setzen und den Krieg in kürzester Zeit zu beenden.

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