Der Polizeiruf verstummt an der Saale

vor 5 Monaten

Der Polizeiruf verstummt an der Saale
Bildquelle: Tichys Einblick

Der Polizeiruf verstummt an der Saale, aber bevor die ARD Kriminalhauptkommissar Henry Koitzsch (Peter Kurth) und Kriminalkommissar Michael Lehmann (Peter Schneider) endgültig aus dem Verkehr zieht (Meldung der ARD-Website), dürfen sie ein letztes Mal in „Der Wanderer zieht von dannen“ in ihrem dritten und letzten Fall ermitteln. Die alleinstehende Rentnerin Ingrid Krüger (Sibylle Maria Dordel) wird tot in ihrer Plattenbauwohnung entdeckt. Rechtsmediziner Reinhold (Andreas Leupold) findet Hinweise darauf, dass jemand sie in ihrer Badewanne ertränkt hat. Weil zu ihren Gewohnheiten nicht nur der Besuch der Bingo-Abende der „Volkssolidarität“ (Gewinn: 1,50 Euro und ein Rätselbuch) gehörte, sondern auch das akribische Führen eines Tagebuchs, finden die Kommissare einen Eintrag, in dem sie über den Besuch eines Schlüsseldienstmitarbeiters berichtet.

Koitzsch, der immer mehr unter seinem Beruf zu leiden scheint, weil ihm die Opfer aus vergangenen Mordfällen erscheinen, und der nachts Schweiß gebadet aus dem Schlaf hochschreckt, sieht Frau Krüger unter der heimlichen Beobachtung eines vermummten Dunkelmannes, der sich unerkannt und willkürlich Zutritt zu Privatwohnungen verschafft. Die Hallenser Polizei bringt nach und nach immer mehr ungeklärte Todesfälle „Alter und Schwacher“ mit diesem unheimlichen stillen Gast (ähnlich: Borowski-Tatort 842) in Verbindung, der an den Tatorten stets eine getrocknete „Jungfer im Grünen“ zurücklässt.

Mit derselben Wahrscheinlichkeit, dass der diebische Hausmeister Trojanowitz (Henning Peker) sich zeitgleich mit den Polizisten und dem Mörder (Mario Schmidtke, gespielt von Dirk Martens) in der Wohnung von Frau Krüger trifft, entspinnt sich auch die weitere Geschichte (Drehbuch: Clemens Meyer). Der Vollwaise Schmidtke ist ehemaliger Angehöriger des Ministeriums für Staatsicherheit der DDR und wuchs in einem Kinderheim auf, wo ihn die Erzieherin offenbar missbrauchte und er sie daraufhin mit Waschbenzin angezündet hat (er wurde dabei grässlich entstellt). Später dann nahm ihn die Stasi unter ihre Fittiche und er wurde deren so legendärer wie geheimnisvoller „Schlüsselmacher“.

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