Außer Kontrolle: Planspiel „Jugend und Parlament“ eskaliert

vor etwa 1 Monat

Außer Kontrolle: Planspiel „Jugend und Parlament“ eskaliert
Bildquelle: Tichys Einblick

Dass es um das Demokratiebewusstsein in Deutschland nicht zum Besten steht, ist kein Geheimnis.

Löblich also, dass sich der Bundestag mit einem großangelegten Planspiel daran beteiligt, jungen Menschen politische Prozesse nahezubringen. Über 250 junge Erwachsene im Alter von 17 bis 20 Jahren wurden von den Bundestagsfraktionen nominiert. Per Los wurden sie fiktiven Fraktionen zugeteilt und stürzten sich vom 6. bis 9. Juni in die parlamentarische Arbeit, um die wesentlichen Stationen eines Gesetzgebungsverfahrens praktisch zu erleben.

Allerdings zeigte sich bei „Jugend und Parlament“ auch, dass das problematische Demokratieverständnis, das zuweilen bei den Politprofis sichtbar wird, bei der jungen Generation nicht weniger verbreitet ist: Obwohl das Losverfahren klugerweise sicherstellte, dass die Jugendlichen den Fraktionen des Planspiels nicht gemäß ihrer eigenen politischen Verortung zugeteilt wurden, sondern auch innerhalb ihrer Gruppe vielfältigen Meinungen ausgesetzt waren, scheint die Brandmauerlogik auch bei der Jugend Anklang gefunden zu haben.

Das jedenfalls brachte die AfD-Fraktion im Bundestag in einer Stellungnahme zum Ausdruck, in der sie sich „besorgt über die Vorkommnisse während des Planspiels“ zeigt. „Mehrere der jugendlichen Teilnehmer, die von der AfD-Fraktion für das Planspiel nominiert worden waren, berichten von üblen Beschimpfungen und Beleidigungen, systematischer Ausgrenzung sowie Mobbing, ohne dass die für das Planspiel verantwortliche Bundestagsverwaltung oder die Betreuer vor Ort eingegriffen hätten.“

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