Wenn er am 9. Mai vereidigt wird, wird Péter Magyar über die größte parlamentarische Mehrheit verfügen, die jemals ein ungarischer Regierungschef seit der Wende hatte. 141 von 199 Abgeordneten, das gab es noch nie. Der scheidende Amtsinhaber Viktor Orbán und seine Fidesz-Partei erzielten 2022 zwar einen höheren Stimmenanteil (54 Prozent, Magyars Tisza-Partei kam bei den jetzigen Wahlen auf 53 Prozent), aber das reichte „nur” für 135 Mandate.
Péter Magyar verfügt also über enorme demokratische Legitimation, eine Verfassungsmehrheit, und erhebliches politisches Talent. Er könnte durchregieren, seine eigene Vision umsetzen (wenn er denn eine hat).
Aber er hat politisch viel weniger Spielraum, als es seine Zweidrittel-Mehrheit vermuten ließe. Da ist zum einen die EU – er will die eingefrorenen EU-Gelder, wird dort also Zugeständnisse machen müssen. Und dann sind da seine Wähler. Er selbst tritt als Konservativer auf, aber die meisten seiner Anhänger haben früher die alte, linke, liberale Opposition gewählt. Der Rest – und das entschied die Wahl – war die Jugend, die Gen Z, die nicht minder links und liberal eingestellt ist. Die konservativen Fidesz-Wähler blieben im Kern bei Orbán.
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