Er ist der größte Wahlverlierer aller Zeiten in Ungarn, aber immer noch verfügt Viktor Orbán über die Fähigkeit, die Medien in Aufregung zu versetzen. Auf einer Sitzung des Wahlausschusses seiner Fidesz-Partei bot er seinen Rücktritt als Parteichef an, das versetzte die Journalisten in Aufregung. Der Wahlausschuss nahm das Angebot aber nicht an. Letztendlich entscheiden wird darüber – und über alle anderen personellen Fragen – ein Parteikongress am 13. Juni.
Noch in der Wahlnacht am 12. April hatte Orbán eine „komplette Erneuerung“ angekündigt. Die ist nun unterwegs: In einem ersten Schritt trat am 25. April das Parteipräsidium zusammen. Dort wurde entschieden, dass Orbán auf sein Parlamentsmandat verzichtet. Fraktionschef wird sein bisheriger Kanzleramtsminister Gergely Gulyás, ein gemäßigter, erfahrener Politiker, der sich immer prominent für gute Beziehungen zu Deutschland eingesetzt hat. Das Präsidium empfahl zugleich, Orbán möge als Parteichef weitermachen, und er nahm das an, „falls die Partei mir ihr Vertrauen ausspricht“.
Es sind aber nicht nur neue Gesichter, auch wohlbekannte Fidesz-Figuren bleiben: etwa der bisherige Verkehrsminister János Lázár (er will aber nur ein Jahr lang bleiben), der bisherige Außenmnister Péter Szíjjártó, der bisherige Gesundheits-Staatssekretär Péter Takács, dessen Portfolio einem ausgewachsenen Ministerium entsprochen hatte, und die bisherige Budapester Fidesz-Fraktionschefin Alexandra Szentkirályi. Der neue Fraktionschef Gergely Gulyás betonte, ihm sei es darum gegangen, in der Fraktion ein Gleichgewicht zu halten zwischen Neuzugängen und erfahrenen Altpolitikern.
🔴 LIVESTREAM von OE24.TV










