Österreichs Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) musste nun zugeben, dass es keine Hinweise darauf gibt, dass der Täter Artur A. (21) gemobbt worden wäre – das wurde ja anfangs behauptet. Bei der Motivsuche dürfte vielmehr die Horror-Gaming-Szene und das geheime dunkle Leben des Schulabbrechers eine Rolle spielen.
Acht Tage nach der schrecklichen Bluttat mit zehn Mordopfern am Oberstufenrealgymnasium Dreierschützengasse in Graz muss eine Anfangsmeldung korrigiert werden: Dass der Täter in seiner Schulzeit gemobbt worden ist, wollen die Ermittler nun so nicht bestätigen. Man habe dazu keine Erkenntnisse, sagte Michael Lohnegger, Chef-Kriminalist der Ermittlungsgruppe, beim gemeinsamen Medientermin mit Österreichs Innenminister.
Die Erzählung von gemobbten Außenseitern, die „zurückschlagen“, ist einer der Gründe, warum manche Amoktäter im Netz bejubelt werden, meinte der Kriminalist. Dieses Narrativ ist seit dem Massaker auf der Columbine High School 1999 bekannt. Doch es war immer schon falsch: Die beiden Täter wurden ebenfalls nicht gemobbt.
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