Das Elend der Intendanten

vor 10 Monaten

Das Elend der Intendanten
Bildquelle: Tichys Einblick

Es brennt lichterloh, doch die Biedermänner in den Chefetagen haben es noch immer nicht kapiert. Sie beklagen den Qualm, der durch alle Ritzen quillt. Dass ihre Bude brennt, nehmen sie nicht zur Kenntnis. Das Feuer unter dem Dach des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bekommt regelmäßig neue Nahrung, für das die Anstalten selbst sorgen. Wie ist das gekommen?

Intendanten und ihre Direktoren sind heute überwiegend blasse Funktionäre, die weder von Journalismus noch vom Wert der Meinungsvielfalt viel verstehen. Was sie lieben, ist Ruhe im Kuhstall. Sie wollen es bequem. Also keine Debatten, sondern gefällige Quoten. Wer die Marktführerschaft über den Auftrag stellt, glaubt, er stehe außerhalb der politischen Auseinandersetzung. Lange hielten die Sender alles für gut, was dem Mainstream gefällt. Also alles, was irgendwie links und grün war. Nur blöd, dass sich das Meinungsklima dreht, und die Programme immer noch von denen gemacht werden, die unter den alten Vorzeichen angeheuert wurden. Jetzt spüren die Intendanten Widerstand. Statt darauf zu reagieren, igeln sie sich ein. Und die linke Meinungsphalanx verschwört sich gegen die Mehrheit der Zuschauer, weil sie um ihr Überleben kämpft. Wen die Reschkes und Restles ganz sicher nicht zu fürchten haben, sind ihre Vorgesetzten. Die wollen vor allem keinen Ärger – genau deshalb bekommen sie ihn.

Ich behaupte: Die tieferen Gründe für das Versagen liegen nicht in der ideologischen Fixierung der Anstaltsleiter. Die Intendanten sind überwiegend graue, brave Konformisten, aufgestiegen durch Anpassung an die herrschenden Verhältnisse. Sie schmoren im eigenen Saft und es fehlt ihnen an Mumm, ihre ganz überwiegend linken Redaktionsstäbe durchzulüften und ihre Läden zu entideologisieren. Es müsste wieder gestritten werden in den Programmen. Kontroversen auszutragen, wäre der Auftrag. Statt dessen ein endlos frömmelnder protestantischer Feldgottesdienst. Moralisieren geht vor Analysieren, Rechthaben vor Recherchieren.

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