Die zurückgetretene Sprecherin der Grünen Jugend, Jette Nietzard, hat ihre einjährige Amtszeit in einem Interview mit der Zeit ungewöhnlich offen bilanziert: Sie liefert dabei ein Bild, das von Selbstinszenierung, Polarisierung und innerparteilichen Konflikten geprägt ist. Während Parteikollegen Mobbing und Krisen sehen, spricht Nietzard von „Führung“. Und sie bekennt sich offen zu „linkem Populismus“.
Bereits zum Auftakt des Gesprächs zeichnet die 26-jährige Grüne ein ernüchterndes Fazit: Das Jahr habe ihr „persönlich überhaupt nichts gebracht“, sie sei „für viele Medien und die Partei verbrannt“. Doch anstatt sich von ihrer eigenen politischen Strategie zu distanzieren, präsentiert Nietzard diese als bewusst kalkuliertes Stilmittel.
Provokation, so gibt sie zu, sei für sie ein Werkzeug – und zwar eines, das sie gezielt einzusetzen weiß. So schildert die frühere Co-Vorsitzende, wie sie Spendenaufrufe in den sozialen Medien mit Oben-ohne-Bildern kombinierte, um Algorithmen auszunutzen: Wenn es Spenden bringe, sei das „super“.
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