Im niederländischen Loosdrecht setzte sich am Samstag etwas fort, das Europaweit immer öfter zu sehen ist: Proteste gegen Asylunterkünfte und -hotels. Hunderte Frauen ziehen durch den kleinen niederländischen Ort, weil sie eine Asylunterkunft im Gemeindehaus verhindern wollen. Es ist ein Signal aus einer Gemeinde, in der Bürger spüren, dass über ihre Sicherheit, ihre Straßen, ihre Kinder und ihren Alltag entschieden wird, während sie selbst erst dann gehört werden, wenn der Widerstand laut und sehr sichtbar wird.
Nach Angaben niederländischer Medien verlief der Frauenmarsch ruhig. NH Nieuws berichtet von rund 500 Teilnehmerinnen, De Gooi- en Eemlander nennt sogar mehr als 600 Frauen, andere Berichte sprechen von mehreren hundert. Die Zahlen schwanken, der Befund jedoch bleibt eindeutig: Die Frauen gingen auf die Straße, weil sie die geplante Unterbringung von Asylbewerbern im weitgehend leerstehenden Gemeindehaus in ihrer Stadt ablehnen. Der Protest richtete sich gegen ein Vorhaben, das ursprünglich 110 Menschen für maximal sechs Monate aufnehmen sollte. Wo die Menschen nach allen Erfahrungen davon ausgehen dürfen, dass aus sechs Monaten dann endlos wird, ebenso wie die Anzahl der Menschen, die in einer einmal eröffneten Unterkunft durchgeschleust werden. Auf dem Transparent am Anfang des Protestmarsches steht: „Is onze Veiligkeit niet meer belangreijk?“ – „Ist unsere Sicherheit nicht mehr wichtig?“
Bereits vor dem Frauenmarsch am Samstag hatten die Bürger Loosdrechts mehrere Abende lang gegen die geplante Asylunterkunft protestiert. Der Unmut kam nicht aus dem Nichts. Die Gemeinde hatte erst kurz zuvor bekannt gemacht, dass im weitgehend leerstehenden Gemeindehaus Asylbewerber untergebracht werden sollten. Viele Einwohner fühlten sich überfahren, die ersten Bewohner sollten nach ursprünglicher Planung schon wenige Tage später einziehen. Hart van Nederland berichtete, rund 800 Einwohner seien am Montagabend zum Protest am Gemeindehaus gekommen; die Stimmung sei zunächst ruhig gewesen, später griff die mobile Einheit der Polizei ein und räumte die Straße.
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