Bei Miosga: Chrupalla im Kreuzfeuer, die Nerven liegen blank

vor 5 Monaten

Bei Miosga: Chrupalla im Kreuzfeuer, die Nerven liegen blank
Bildquelle: Tichys Einblick

Dieser Duft! Es ist eine süßliche Mischung aus Überlebenskampf, Aggression und Verwesung, die heute durch das Studio wabert. Es riecht wie das Endstadium des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Und wenn am Ende das Piep-Piep zum grellen Dauerton wird, fragt sich der Zuschauer: Sehen so womöglich die letzten Zuckungen der ARD aus?

Die Last auf Miosgas Schultern wiegt schwer: Showtime, bitte! Die AfD ran an den Pranger, Schwerpunkt Sachsen-Anhalt (wo die Partei besonders stark ist), jede Menge Einspieler und Zitate zum Beweis der Widerwärtigkeit all der „pösen Nazis“, die zugleich Trump-Fans und Putin-Lieblinge sein sollen. Jede Menge Unterstellungen, Verallgemeinerungen und Verdrehungen – all das hat Caren Miosga auf ihrem Spickzettel. Ganz schön viel.

Zu viel für die ehemalige Nachrichtensprecherin.

„Und griff sie auch zu oft zum Glase, niemand tadelt drum die Base“, schrieb einst der reimverliebte Textchef des „Feinschmeckers“ unter ein Bild eines Rotweinglases in seinem Magazin. „Schlägt jemand Breschen in den Braten, so ignorier‘ man diese Taten“, war eine andere seiner Kreationen unter einem langweiligen Rollbratenfoto. Gott hab ihn selig. Er hat einst auch der Autorin dieses Textes die Sprachverliebtheit injiziert.

Warum dies erwähnenswert ist? Aus zweierlei Gründen. Erstens: So wie der Textchef damals langweilige Essensbilder aufpeppte („Was soll man da denn schreiben, beim tausendsten Bratenbild?“), so muss Brunhilde heute ein weiteres verachtenswertes Beispiel pseudojournalistischer TV-Hinrichtung mit einer Rezension adeln. Zweitens, und damit wären wir beim Glase: Miosga braucht an diesem Sonntag nicht einmal vier Minuten für ihre erste Selbstdemaskierung. In diesen ersten vier Minuten hat sie schon so oft zum Wasserglas gegriffen, dass es schon fast leer ist. Sie ist einfach völlig überfordert. Und wir, ja, wir tadeln sie drum.

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