Die Sendung beginnt mit einem Eklat, der für Caren Miosga vermutlich noch Konsequenzen haben wird. Denn sie bezeichnet Daniel Günther, einen hageren Mann aus Kiel, als Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein. Das gibt sicher eine Gegendarstellung. Schließlich weiß seit Markus Lanz jeder, dass dieser Herr Günther stets als einfacher Bürger in Talkshows sitzt. Zum Beispiel, wenn er die Zensur unliebsamer Medien oder gar das Verbot von Pressorganen fordert.
Heute ist Bürger Günther eher kleinlaut. Seine CDU hat in Baden-Württemberg knapp gegen die Grünen verloren, obwohl es bis kurz vor Schluss gar nicht danach aussah. Spitzenkandidat Manuel Hagel erwies sich nach diversen medialen Fehltritten als eine Art Hagelschaden für die Union. Günther kann und will das nicht kleinreden, wie er sagt. Muss er ja auch gar nicht, als Privatmann, aber egal. Herr Günther mahnt die CDU, deren Mitglied er offenbar ist, jetzt endlich mal mit den versprochenen Reformen zu beginnen – egal, ob irgendwo Wahlen sind oder nicht. Die Menschen hätten das Vertrauen in die „demokratischen Parteien“ verloren, dabei gebe es jetzt doch sogar „gesunkene Energiepreise“. Das sagt er wirklich. Naja, einfacher Bürger eben. Keine Ahnung, was er beruflich macht und welchen Bildungsstand er hat. „Long Tagesschau“ hat er ziemlich sicher.
Podcaster Robin Alexander diagnostiziert „spektakuläre Fehler“ im Wahlkampf der CDU. Man sei einfach zu siegessicher gewesen und habe anstehende Reformen totgeschwiegen. Deshalb habe mit Özdemir ein Grüner gewonnen, der irgendwie gar kein Grüner sei. „Nicht, weil er zu dieser Partei gehört, sondern, obwohl er zu dieser Partei gehört“, sagt Alexander. Özdemir sei „auf Abstand zum Programm seiner Partei“ gegangen.
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