Jeder fünfte Wirt und Händler will Personal entlassen

vor 6 Monaten

Jeder fünfte Wirt und Händler will Personal entlassen
Bildquelle: Tichys Einblick

Ursache und Wirkung. Von der Natur- bis zur Geisteswissenschaft beschäftigen sich viele kluge Köpfe mit diesem Wechselspiel. Die Berliner Politik blendet es indes gerne aus. Steigt der Mindestlohn um 8,4 Prozent, stärker also als der Rest der Löhne, dann zwingt das Unternehmer, auch andere Mitarbeiter besser zu bezahlen – was wiederum die Inflation ankurbelt, also die allgemeinen Preise verteuert. Keine Zauberei, nicht mal große Wissenschaft, sondern einfacher Menschenverstand.

Und doch haben CDU, CSU und vor allem die SPD Ursache und Wirkung ausgeblendet, als sie im vergangenen Jahr die zuständige Kommission unter Druck gesetzt haben, den Mindestlohn weit stärker als das restliche Lohnniveau anzuheben. 15 Euro hatte die SPD gefordert, 13,90 Euro sind es geworden. Im Wahlkampf von 2021 hatten sich die Sozialdemokraten die Kanzlerschaft von Olaf Scholz mit dem Versprechen gekauft, mit staatlichem Zwang in die Autonomie von Unternehmern und Gewerkschaftern einzugreifen, die zusammen die Kommission bilden. 2025 wollte die SPD das Schauspiel wiederholen.

Jedes zweite Unternehmen sei von der Erhöhung betroffen, teilt die Kammer mit. Wobei sich die Folgen nicht auf sie beschränken: „Eine Mindestlohnerhöhung verändert die gesamte Lohnstruktur, und zwar nicht nur in den unteren Lohngruppen“, erklärt DIHK-Präsident Peter Adrian. Etliche Arbeitgeber sähen sich veranlasst, auch Löhne, die über dem Mindestlohn liegen, anzupassen, um einen entsprechenden Abstand zum Mindestlohn beizubehalten. Über alle Branchen hinweg gäben 40 Prozent der Befragten an, auch die Löhne in höheren Lohngruppen anzuheben. In der Industrie sei es sogar fast jeder Zweite.

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