Im Zentrum der Ermittlungen stehen der Verdacht auf illegale Zahlungen im Zusammenhang mit der Vergabe von Aufenthaltstiteln. Laut Staatsanwaltschaft sollen zwei der Beschuldigten bei der Stadt Bielefeld beschäftigt sein. Bei den beiden weiteren Verdächtigen handelt es sich um einen Dolmetscher sowie um eine Person, die selbst zunächst einen Aufenthaltstitel erhalten und später bei den mutmaßlichen Machenschaften geholfen haben soll. Die Ermittler gehen davon aus, dass über einen längeren Zeitraum gezielt Vorteile gegen Geld gewährt wurden.
Konkret geht es um sogenannte Niederlassungserlaubnisse, also unbefristete Aufenthaltstitel. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen sollen die Beschuldigten in mindestens 15 Fällen zwischen September 2023 und April 2025 Geld angenommen haben, um solche Erlaubnisse zu erteilen oder Verfahren zu beschleunigen. Hinzu kommt ein möglicher weiterer Verdachtsfall aus dem Oktober 2025, der derzeit ebenfalls geprüft wird.
In einem besonders auffälligen Fall sollen laut Ermittlungsakten 4.000 Euro für die Ausstellung einer Niederlassungserlaubnis gezahlt worden sein. Die Gesamtsumme der mutmaßlichen Bestechungsgelder ist bislang unklar. Die Staatsanwaltschaft schließt jedoch nicht aus, dass über den gesamten Zeitraum hinweg erhebliche Beträge geflossen sein könnten. Neben den eigentlichen Aufenthaltstiteln sollen die Beschuldigten auch Geld dafür genommen haben, Termine bei der Ausländerbehörde schneller zu vergeben – ein besonders sensibler Vorwurf, da lange Wartezeiten für viele Antragsteller ein großes Problem darstellen.
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