Der Firlefritz – Merz plappert zur Rente drauf los

vor 6 Monaten

Der Firlefritz – Merz plappert zur Rente drauf los
Bildquelle: Tichys Einblick

1983 stand die Welt am Rande eines atomaren Krieges der Supermächte. Die Sowjets hatten ein Manöver der Nato falsch interpretiert, hielten es für die Vorbereitung eines echten Angriffs und waren zum atomaren „Gegenschlag“ bereit. Als die Amerikaner die Gefahr erkannten, begann die Deeskalation. US-Präsident Ronald Reagan ließ das Fernsehen filmen, wie er in Urlaub fliegt. Das signalisierte den Sowjets – erfolgreich: Es ist alles in Ordnung. Gesten sind in der Politik wichtig, sie können die Geschichte stärker beeinflussen als Reformen oder Gesetze.

Friedrich Merz (CDU) ist im Einsatz von Gesten ein Dilettant. Nicht nur im Harmlosen. Etwa, wenn er in der Kabine die Handballer trösten will, die gerade das Finale der Europameisterschaft verloren haben. Wenn es im Großen darum geht, Gesten einzusetzen, um seine Politik zu verkaufen, verbockt es der Kanzler regelmäßig. So wie jetzt beim Empfang der Deutschen Börse in Eschborn. Mit seiner Unfähigkeit zur Kommunikation ist Merz die Hauptursache dafür, dass die Stimmungswende zum Positiven ausbleibt, die er selbst so gern herbei beschwören würde.

Merz hat sich zur anstehenden Rentenreform geäußert. Er hat versprochen, diese noch im laufenden Jahr umzusetzen. So weit, so gut. Doch er hat auch gesagt, dass künftig Betriebsrenten und die private Altersvorsorge eine größere Rolle spielen sollen. Darin könnte man ihm inhaltlich widersprechen. Man könnte es auch begrüßen. Doch um die inhaltliche Ebene geht es gar nicht. Auf der Ebene der Gesten hat Merz mit seiner Rede einen Fehler begangen, der sich für ihn viel verheerender auswirkt.

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