Merz unter Druck: Operation Rettung Kanzleramt läuft an – und ist schon gescheitert

vor 7 Monaten

Merz unter Druck: Operation Rettung Kanzleramt läuft an – und ist schon gescheitert
Bildquelle: Tichys Einblick

Eine kleine Meldung wirft ein Schlaglicht auf die Krise des Bundeskanzlers, die ihm in seiner Dimension nicht einmal bewusst ist. Merz feuerte gestern seinen Büroleiter Jacob Schrot. Offiziell hat man sich im gegenseitigen Einvernehmen getrennt. Um es in einem Wort zu sagen: Schrot ist ein gerechtes Bauernopfer. Es ist nicht Schrots Schuld, dass er überfordert war, sondern die seines Chefs, den jungen Mann in Funktionen zu berufen, denen er – wenig verwunderlich – nicht gewachsen war. Vor allem verrät die Personalie Schrot, in welch erbärmlichem Zustand die CDU ist, wer in der CDU befördert wird und wer nicht.

Die Karriere des 1990 geborenen Brandenburgers begann 2009 mit dem Sieg in der ZDF-Show „Ich kann Kanzler“, womöglich glaubte er es selbst von da an, zumindest, dass er es einmal können kann. Er studierte dann Politik- und Kommunikationswissenschaften und war von 2016 bis 2019 Mitarbeiter des CDU-Abgeordneten Stephan Harbarth, den Merkel mit aufgegangenem Kalkül zum Verfassungsrichter machte. Doch der Wechsel seines Chefs nach Karlsruhe dürfte für Jacob Schrot nicht von Nachteil gewesen sein, denn von 2019 bis 2021 jobbte er im Bereich Außenpolitik im Kanzleramt, um anschließend persönlicher Assistent des damaligen CDU-Vorsitzenden Armin Laschet zu werden. Im März wechselte er von Laschet zu Merz, wurde nun dessen Büroleiter. Nach der Wahl 2025 nahm ihn Merz mit ins Bundeskanzleramt. Da leitete er das Kanzlerbüro und wurde im August 2025 zudem Stabschef des Nationalen Sicherheitsrates.

Nicht zu wissen, dass ein bisschen Politik- und Kommunikationswissenschaften nicht ausreichen, sondern tiefere Einsichten in Geschichte, Wirtschaft und politische Philosophie (nicht mit Politikwissenschaften zu verwechseln) vonnöten sind, kann man Jacob Schrot nicht vorwerfen, der von fern ein bisschen als leider sehr deutsche Ausgabe von Maupassants „Bel Ami“ wirkt, die dann auch noch ins 21. Jahrhundert versetzt wurde, wodurch der Zauber des 19. Jahrhunderts auch noch verloren ging. Vorwerfen kann man das einzig und allein Friedrich Merz, der von Anfang an hätte wissen müssen, wie sehr er seinen jungen Mitarbeiter überfordert. Aufgrund der Überforderung ist die Demissionierung gerecht, schließlich wurde jemand abberufen, der niemals hätte berufen werden dürfen, nicht als Büroleiter des Kanzlers, schon gar nicht als Stabschef des Nationalen Sicherheitsrates.

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