Im Schlafwagen an die Macht: Warum die Union plötzlich nicht mehr über Reformen spricht, die sie versprochen hat

vor 5 Monaten

Im Schlafwagen an die Macht: Warum die Union plötzlich nicht mehr über Reformen spricht, die sie versprochen hat
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„Im Schlafwagen an die Macht“, lautet ein geflügeltes Wort in der Union, wenn gerade mal wieder ein Wahlkämpfer sich möglichst unauffällig durch seine Kampagne ins politische Führungsamt chauffieren lassen will. Ein anderer Spruch, der dieser Tage im Berliner Konrad-Adenauer-Haus wieder viel benutzt wird: „Die Wahlkämpfer haben immer recht!“ Oder anders ausgedrückt: Wahlsieg ist alles, Inhalte kommen später.

Die CDU ist die Partei mit der eingebauten Enttäuschung. Genau diejenigen Fußtruppen, die die Union mit der vollen Empörung über die falsche Politik der Konkurrenz und jeder Menge Versprechen in die Wahlkämpfe schickt, mussten nicht nur unter Kanzlerin a.D. schmerzlich erleben, dass die überfälligen Reformen und ordnungspolitischen Grundsätze der Bürgerlichen nach der Wahl nur Schall und Rauch waren. Auch unter Merkels Nachnachfolger an der CDU-Spitze Friedrich Merz setzte sich dieser Regierungsstil fort. Und das, obwohl Merz als einziger CDU-Chef von der Basis gewählt wurde und geradezu der Gegenentwurf zu Merkel zu sein schien.

Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Kanzlerwahl ihres Parteikollegen Friedrich Merz im Mai 2025

FAZ-Leitartikler Jasper von Altenbockum (Glückwunsch zum 64. Geburtstag!) fasste es dieser Tage so zusammen: „Die CDU hat es nicht nur schwer, weil sie in einer schwarz-roten Koalition mehr Kompromisse eingehen muss, als ihr lieb sein kann. Sie kämpft nicht nur mit der SPD. Sie kämpft auch mit sich selbst. Ob es die Steuerpolitik ist, die Rente, ob es die Sozialversicherungen sind oder die Klimaschutzziele, es war leicht für die Partei, jeweils eine Wende anzukündigen. Aber wenn es zum Schwur kommt, ist nicht nur die SPD das Hindernis. Auch in der CDU ist der Korridor für einen Kurswechsel recht eng.“

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