Merz im ARD-Sommerinterview: Rufe aus der Parallelwelt

vor etwa 1 Jahr

Merz im ARD-Sommerinterview: Rufe aus der Parallelwelt
Bildquelle: Tichys Einblick

In welcher Welt lebt Friedrich Merz? Keine Ahnung, aber auf jeden Fall in einer sehr eigenen. Das wird bereits in den ersten Minuten dieses ARD-Sommerinterviews klar. Merz sieht Dinge, die kein anderer sieht. Und berichtet von Welten und Zuständen, die nie ein Mensch zuvor wahrgenommen hat. Eigentlich ein klarer Fall für das Lexikon der ungeklärten Phänomene: Spontanheiler, die Blinde wieder sehen lassen – oder Friedrich Merz, der auf Deutschland blickt. Schlüssig.

Hoch oben auf der Terrasse über der Spree will er in der Nachmittagssonne den lässigen Bundesarroganzler geben, doch das Sommerinterview beginnt für ihn gleich mit einem dreckigen Dutzend. Geschlagene zwölf Minuten lang (also mehr als ein Drittel der gesamten Sendezeit) konfrontiert ihn Markus Preiß mit der aktuellsten seiner vielen Niederlagen. Merz, der Kanzler der zweiten Wahl, soll erklären, warum die Berufung der beiden umstrittenen Verfassungsrichterinnenkandidatinnen am vergangenen Freitag partout nicht klappen wollte. Obwohl doch alles so hübsch geplant war. Der Unmut auf X & Co. war explodiert, Teile der Unionsfraktion hatten daraufhin ihre Zustimmung verweigert – die Wahlen scheiterten. Fraktionschef Jens Spahn düpiert, Merz mal wieder am Boden.

Beispielhaft für den desaströsen Zustand der Schuko (Schulden-Koalition) steht ein Foto, das Preiß gleich zu Beginn der Sendung einspielen lässt. Es zeigt Innenminister Alexander Dobrindt, Finanzminister Lars Klingbeil und Kanzler Merz, wie sie nach der gescheiterten Freitagswahl mürrisch von der Regierungsbank herab ins Leere blicken. Die Drei von der Zankstelle – das Bild erinnert an die letzten Zuckungen der zerstrittenen rot-grünen Koalition – nur mit dem Unterschied, dass die Schuko noch nicht einmal 70 Tage im Amt ist.

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