Überschaubare, homogene Gruppen verstehen es, ihre gemeinsamen Interessen präzise zu formulieren und – wie mit einem Brennglas – auf den politischen Diskurs zu richten. Nur wenige Lobbygruppen verstehen es so gut, ihre Interessen quasi per Knopfdruck in handfesten Auseinandersetzungen und mit hoher medialer Wirksamkeit auf die Straße zu bringen wie die französische Agrarlobby.
Sehen wir einmal ab von den mit Millionensummen gepamperten Aktivistenbewegungen wie Fridays for Future, folgt deren Protest einem routiniert vorgetragenen Playbook, das man nur selten in anderem Kontext findet.
Beinahe 10.000 Landwirte, maschinell unterstützt von 500 Traktoren, sorgten am Donnerstag und Freitag im Brüsseler EU-Quartier für mächtigRadau. Man kennt diese Bilder bereits: Traktoren dringen auf Polizeiabsperrungen ein, Pyrotechnik kommt zum Einsatz. Hin und wieder fliegen Steine.
Was nach Revolte aussieht, ist eine kontrollierte Eskalationsübung.
Initiator des Bauernprotests war der EU-Bauern- und Genossenschaftsverband Copa-Cogeca. Dessen Aufruf folgten 40 nationale Bauernverbände, die gemeinsam ihren Widerstand gegen das geplante EU-Mercosur-Handelsabkommen artikulierten. Sie argumentieren, dass eine Absenkung der Importzölle ungleichen Wettbewerb schaffe, da in Südamerika deutlich niedrigere Umwelt-, Klima- und Tierwohlstandards gelten als in der EU.
DRAMA IN REGENSBURG: Geiseldrama beendet! SEK nimmt Verdächtigen fest - Ein Toter | STREAM










