Melos auf Eis – warum Trump Grönland bekommen wird

vor 7 Monaten

Melos auf Eis – warum Trump Grönland bekommen wird
Bildquelle: NiUS

Die US-Operation „Unbedingte Entschlossenheit“ gegen Venezuelas Ex-Machthaber Maduro bringt die geopolitischen Ambitionen der Vereinigten Staaten und ihres Präsidenten zurück in die Schlagzeilen. Für die Europäer steht dabei das verbale Tauziehen um die gewaltige Arktisinsel Grönland im Fokus, Medienspektakel inklusive.

Was will Trump mit Grönland, und worauf müssen wir uns als Nächstes einstellen?

Die strategische Bedeutung Grönlands und die historischen, geopolitischen Details würden ein Buch füllen, daher gestatten wir uns lediglich eine kurze Auffrischung der bedeutsamsten Grundlagen. Weil der Globus gar nicht flach und rechteckig ist, sondern ausschaut wie eine durch das Weltall rotierende Kartoffel, liegen Kanada, die USA und Russland sowie die skandinavischen Nationen alle recht nah beieinander. Blickt man „von oben“ auf die Erde, dann sind sie alle kreisförmig um den Nordpol gruppiert.

Donald Trump Jr. besucht am Dienstag, 7. Januar 2025, Nuuk in Grönland. Der Sohn des US-Präsidenten hält sich zu einem privaten Besuch in Grönland auf.

Die zum dänischen Reichsverband gehörende größte Insel der Welt, Grönland, liegt ziemlich nahe im Zentrum des Geschehens und nahe an bestehenden und zukünftigen Handelsrouten. Weil der Weg einer Kugel um ihre Mitte herum sehr viel weiter ist als um den Pol, ist die Reisezeit von Schiffen hier prinzipiell kürzer, und das gilt besonders für die Flugdauer von Frachtflugzeugen oder Lenkflugkörpern („Raketen“) – in beide Richtungen. Strategisch ist die Eisinsel deshalb spätestens seit dem Zweiten Weltkrieg von Bedeutung, denn sie ermöglichte für die Luftwaffe überlebenswichtige Wettervorhersagen und einen halbwegs tauglichen Stützpunkt für im Nordatlantik operierende Schiffe. Ein Kaufangebot der USA lehnte Dänemark 1946 ab, jedoch handelten die Amerikaner weitreichende Stützpunktrechte aus; vor allem die dort betriebenen Radaranlagen waren Teil eines Frühwarnsystems gegenüber der Sowjetunion.

Nach einer vom Fischfang geprägten Kolonialgeschichte gilt die Insel heute als sehr rohstoffreich, wobei die Ausbeutung dieser Rohstoffe zunehmend technologisch machbar und wirtschaftlich rentabel wird. Durch schmelzendes Eis werden Meeresteile ganzjährig schiffbar und Bodenschätze zugänglich. Schon in der Vergangenheit war die Insel Zankapfel der im Nordmeer operierenden europäischen Nationen wie Großbritannien oder Dänemark; Norwegen verzichtete erst 1933 nach einer Militärkampagne auf seinen Anspruch auf die Insel.

Die Maschine, in der Donald Trump Jr. reiste

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von NiUS

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von NiUS zu lesen.

Weitere Artikel