Immer mehr Sitzenbleiber in der ersten Klasse

vor 4 Monaten

Immer mehr Sitzenbleiber in der ersten Klasse
Bildquelle: Tichys Einblick

Im aktuellen Schuljahr müssen im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen 23.924 Kinder in der sogenannten „Schuleingangsphase“ ein zusätzliches Jahr anhängen. Anders: In der ersten und zweiten Klasse bleiben 6,5 Prozent aller Schüler sitzen. Das ist etwa jedes 15. Kind.

Vor zehn Jahren waren es gerade einmal 2,8 Prozent.

Die Zahl hat sich also mehr als verdoppelt. Nicht etwa sprunghaft, sondern Jahr für Jahr. Wir haben es also nicht mit einem statistischen Ausreißer zu tun. Es ist ein strukturelles Problem.

Die Schulen sind nicht darauf ausgelegt, dass immer mehr Kinder länger bleiben. Es fehlen Räume, es fehlen Lehrer, es fehlt Zeit.

In Städten wie Dortmund oder Gelsenkirchen liegt der Anteil der Kinder, die länger brauchen, schon bei rund zehn Prozent. An einzelnen Schulen ist die Lage noch drastischer. Eine Dortmunder Rektorin berichtet, dass fast jedes zweite (!) Kind fünf Jahre für die Grundschule benötigt. Das ist irre.

Die Folgen sind verheerend und zwangsläufig: Klassen werden voller, die Leistungsunterschiede größer, die Belastung für die Lehrer untragbar. In NRW gibt es zahllose zweite Klassen mit 30 Kindern. Darunter sind viele, die eigentlich eine besonders intensive Förderung bräuchten.

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