Tichys Einblick: Herr Bernhard, in Deutschland herrscht seit Jahren Wohnungsnot. Steigende Mieten führen dazu, dass Familien und Arbeitnehmer immer schwerer Wohnungen finden. Wir sind in der Mangelwirtschaft angekommen, und keine Bundesregierung hat bisher ein Rezept dagegen gefunden. Wo liegen die Probleme?
Marc Bernhard: Diese Krise ist kein Zufall, sie ist politisch gemacht. Auf der einen Seite eine Massenzuwanderung, die den Wohnungsmarkt systematisch zerstört. Jedes Jahr strömt eine Großstadt wie Hannover zusätzlich ins Land. Seit 2013 sind über 7,5 Millionen sogenannter „Fachkräfte“ in unsere Sozialsysteme und das „Stadtbild“ eingewandert. Wohnraum wächst nicht im selben Tempo wie die Zuwanderung. Für die Folgen werden die Bürger zur Kasse gebeten mit steigenden Mieten, mit wachsender Verdrängung und Verwahrlosung besonders in den Ballungsräumen. Auf der anderen Seite lähmt eine ideologisch getriebene Baupolitik jeden Neubau. Rund 40 Prozent der Baukosten sind laut ARGE Kiel staatlich verursacht. Immer neue Vorschriften und Auflagen wie das Gebäudeenergiegesetz treiben Investoren und Bauherren aus dem Markt. Seit 2020 sind die Baukosten um 30 Prozent gestiegen.
Die Folgen: Der soziale Wohnungsbau ist faktisch eingebrochen. Die Mieten steigen jährlich um fünf bis zehn Prozent. Studien gehen von rund 1,4 Millionen fehlenden bezahlbaren Wohnungen aus. Bei Neubaukosten von über 5.000 Euro pro Quadratmeter sind Kaltmieten von 20 Euro pro Quadratmeter für die Refinanzierung erforderlich. Diese Mieten kann sich keiner leisten. Deshalb wird nicht gebaut. Ohne eine radikale Deregulierung, einen sofortigen Stopp von CO2- und Energiesteuern und ein Ende dieser realitätsfernen Klimadiktatur wird sich die Krise weiter zuspitzen.
Was sind die konkreten Auswirkungen der Energiewende auf das Bauen?
Die sogenannte Energiewende ist der Hauptgrund für explodierende Baukosten. Vorgaben wie der teure Dämmwahn und vor allem der Wärmepumpenzwang, ein faktisches Heizungsverbot für Öl- und Gasheizungen durch die Hintertür, und die CO2-Steuer verteuern den Bau um über zwanzig Prozent und würgen jeden Neubau ab. Selbst bei Kauf oder Erbe von Familienhäusern über Generationen hinweg werden die Bürger zur Kasse gebeten und mit Sanierungsauflagen drangsaliert. Das verschärft die Wohnungsnot weiter, weil Zusatzkosten entstehen, von denen man vor ein paar Jahren noch eine ganze Wohnung hätte kaufen können.
Der politisch verordnete Abschied von Öl und Gas belastet Bauherren, Mieter und Kommunen massiv. Statt in bezahlbaren Wohnraum zu investieren, wird eine links-grüne Utopie auf dem Rücken der normalen Menschen finanziert. Ohne eine Rückkehr zur Vernunft statt Ideologie bleibt bezahlbares Wohnen eine Illusion.
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