Der Blick auf die Einsatzrealität der Marine ist alarmierend. Maritime Präsenz ist nicht nur in Nord- und Ostsee gefragt. Die europäischen NATO-Partner wollen sich intensiver um die Arktis einschließlich Grönland kümmern.
Deutschland wird trotz geschrumpfter Seestreitkräfte substanzielle Beiträge leisten müssen. Den aktuellen Ansprüchen genügende maritime Fähigkeiten sind militärisch notwendig und politisch unabdingbar – aber nicht in Sicht. Beispielsweise ist die in den 90er Jahren eingeführte Fregattenklasse 123 am Ende ihrer Lebenszeit. Ihre Ablösung ist kein Luxus, sondern Notwendigkeit, um angesichts der Bedrohungslage halbwegs mithalten zu können.
Das seit 2020 betriebene Ersatzprojekt Fregatte 126 kommt jedoch nicht voran. Aufgelaufene Programmverzögerungen summieren sich auf bald vier Jahre, Zeit- und Finanzplan sind Makulatur. Es liegt der Eindruck nahe, dass die Forderungen der deutschen Marine von Anfang an unverträglich waren mit den Kompetenzen des beauftragten Werftenverbundes.
Das niederländische Schiffbauunternehmen Damen hatte es nicht mal geschafft, ihre komplexen Konstruktionsdaten den für die Produktion vorgesehenen deutschen Firmen zu übermitteln. Von wegen „Schnittstellenprobleme“, die ganze Konstruktion funktioniert nicht.
Ein Lehrstück militärischer und industriepolitischer Fehlsteuerung. Ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, an dem sich der Bundestag mit der alternativen Beschaffung sog. MEKO-Fregatten befasste, soll nun der gordische Knoten gelöst worden sein. Der kritische Engpass der Datenübertragung im F 126-Projekt sei überwunden – heißt es.
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Die Bremer NVL, ein Werftenverbund im norddeutschen Küstenraum, könne nun die Gesamtverantwortung übernehmen und die Produktion anfahren.
DRAMA IN REGENSBURG: Geiseldrama beendet! SEK nimmt Verdächtigen fest - Ein Toter | STREAM










