Am Donnerstag hob die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen um jeweils 25 Basispunkte an. Die Begründung: der Kampf gegen die vor allem durch hohe Energiepreise getriebene Inflation. Doch die Zentralbank kann durch teurere Kredite lediglich die Nachfrage nach Investitions- und Konsumgütern dämpfen. Das eigentliche Problem löst sie damit nicht: die durch die wiederkehrenden Turbulenzen in der Straße von Hormus verursachten Versorgungsengpässe.
Das Hin und Her zwischen den USA und dem Iran verursacht nicht nur Unsicherheit am wichtigsten Flaschenhals der Welt für Öl und Gas, es hält auch den Ölpreis in einem Spannungsfeld aus hoher Volatilität und großer Unsicherheit für Investoren. Wie fragil die Lage in der Region tatsächlich ist, lässt sich seit Monaten am Preischart des WTI-Öls, einer der wichtigsten internationalen Referenzsorten für Rohöl, ablesen.
Dieser schoss am Donnerstag im späten Handel auf einen Preis von 110 US-Dollar, um dann am Freitag um zehn Prozent auf knapp unter 100 Dollar zurückzufallen. Grund für die außergewöhnlichen Preisturbulenzen war eine Verkettung unterschiedlicher Ereignisse, die sich innerhalb weniger Stunden gegenseitig verstärkten.
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