Zu lange falsch regiert: Der doppelte Fluch des Christian Lindner

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Zu lange falsch regiert: Der doppelte Fluch des Christian Lindner
Bildquelle: NiUS

Die Forderungen von Finanzminister Christian Lindner könnten vernünftiger nicht sein: weniger Eingriffe in die Marktwirtschaft, Abbau der Bürokratie, keine wirkungslosen und zugleich wirtschaftsschädlichen Klimamaßnahmen mehr, Ausgaben senken. In einem 18-seitigen Papier hat der FDP-Chef seine Ideen gebündelt. Ein Grundsatzpapier, das eine „Wirtschaftswende“ einläuten soll.

Doch so sinnvoll seine Vorschläge sind, so ungelenk wirkt Lindner bei der Inszenierung seiner Vision. Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq schrieb einst, dass sich die Eleganz einer Bewegung daran messen lässt, wie ökonomisch sie ausgeführt wird. Lindners Absetzbewegung von der Ampel zählt zum Umständlichsten, was die an Eleganz ohnehin arme deutsche Politik in den vergangenen Jahren zu bieten hatte. Die Ursachen hierfür liegen vor allem in strategischen Entscheidungen der Vergangenheit.

Christian Lindner will die Koalitionspartner vor sich hertreiben. Ob ihm das gelingt?

Lindners angeblich internes Papier enthielt hübsch aufbereitete Grafiken und ausführliche Seitenhiebe auf die Grünen und deren dirigistisches Verständnis von Marktwirtschaft. Es war erkennbar für die Öffentlichkeit gedacht, eine Art vorgezogenes Wahlprogramm. Die scheidende Vorsitzende der Grünen, Ricarda Lang, brachte es auf den Punkt: „Kleiner Tipp: bei Papieren, die wirklich für den internen Gebrauch gedacht sind, lässt man die länglichen Ausführungen darüber, wie doof und ideologisch die Politik der Koalitionspartner ist, normalerweise weg.“

Nun ist es nicht verwerflich, sich während des Regierens bereits für den Wahlkampf aufzustellen. Doch Lindners Bemühungen, dies zu verheimlichen, waren ähnlich gelungen wie die eines schokoladenverschmierten Kindes, das verleugnet, genascht zu haben.

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