Krise heißt die Devise: Hart auf hart – knallhart! Die Welt steht Kopf. Schmerzhafte Einschnitte, Entwurzelung, Depression. Darf’s ein bisschen mehr sein? Konzentration auf das Wichtigste, komplette Neuorientierung, radikaler Abwurf woken Ballastes zeichneten weises Vorgehen aus.
In Angst, Wut, Verzweiflung, Ohnmacht rasen die Bürger auf einer Achterbahn ihrer Gefühle, gnadenlos dem Schrecken der politischen Geisterbahn ausgesetzt. Nicht jeder verfügt über das Rüstzeug eines stabilen Nervenkostüms, über Einfallsreichtum und Mut, gegen den Strom zu schwimmen. Die Macht der ‚Oberen‘ und die der Allgemeinheit sind starke Fesseln. Freiheit zu leben, ist nichts für „Weicheier“ – auch nicht in der Semana Santa!
“Was soll aus Europa eigentlich noch werden? Welche Tonne ist die richtige? … Restmüll oder Biotonne?“, fragt sich Leser Sting.
Im übertragenen Sinn ist nicht Europa „allein zuhaus“, sondern Deutschland ist ein klarer Fall für die Tonne. Nur welche darf es bitte sein? Bio zum Verotten, oder „Vergiss den Rest“? Eh schon wurscht!
ludwig67: Ich habe, was Veränderung angeht, aufgegeben. Sie wird nicht oder viel zu spät kommen. Deutschland ist ein Mitläuferland, war es immer und ist es auch jetzt. Da wird sich ein bisschen beschwert, „aber die AfD ist auch keine Alternative“ hinten drangehängt. Da wird auf das erwiesenermaßen dysfunktionale Europa gehofft und Trump verächtlich gemacht. Da wird ein Elon Musk, den wir so noch nie hatten und den das verrottete deutsche Bildungssystem auch nicht hervorbringen wird, in den Dreck gezogen. Da ist während Corona „im Großen und Ganzen alles gut gelaufen“. Da wird blitzartig von dummem Radikalpazifismus auf Kriegstüchtigkeit umgestellt. Da freuen sich gestandene Unternehmer, dass „der Merz jetzt die Überstundenzuschläge steuerfrei gemacht und die 10-Stunden-Regel reformieren will“. Da glauben Leute, ein Abitur oder ein deutscher Discount-Universitätsabschluss wären Bildung. Da gelten „die Chinesen als unsere Freunde“ und Höcke als „waschechter Nazi“. Da wird der korrupte und vergammelte ÖRR als „Free TV““ bejubelt, die Tagesschau ist Informationsquelle Nr. 1. Dieses Land hat keinen Freiheitsimpuls, kein Maß, keine Selbstreflektion und kaum noch gesunden Menschenverstand. Der Wille zur Exzellenz ist ausgelöscht, es herrscht das „Uns geht´s doch gut“-Mittelmaß. Dieses Land ist das neue Argentinien, es ist nur noch etwas Flughöhe da! Rette sich wer kann!
Anonym: Ich bin 83 Jahre und habe nichts mehr zu verlieren. Die Koalitionsparteien haben angekündigt, eine staatsferne Medienaufsicht zu etablieren – genauso staatsfern, wie ARD und ZDF, wie NGOs und Stiftungen, Bürgerräte und Bürgerinitiativen schon heute sind. Nur dass in Zukunft Zeitungen, Buchverlage und Online-Dienste genauso staatsfern an die Leine genommen werden sollen. Ein maßloser, völlig überzogener Angriff auf die Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit, mit dem verglichen die Spiegel-Affäre wie ein Kinderspiel anmutet. Ein Angriff, der im Gegensatz zu damals aber offen angekündigt und vorgetragen wird, so dass niemand behaupten kann, er habe nichts gewusst. Wie dieser Angriff zu beantworten ist, steht im Grundgesetz, das allen Deutschen das Recht zum Widerstand gegen jeden einräumt, der es unternimmt, die verfassungskonforme Ordnung zu beseitigen, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist. Ob sie noch möglich, darüber wird der Umgang mit der Opposition entscheiden.
Hutten: Eigentlich ist das, was aktuell in Deutschland vor sich geht, nichts wirklich Neues: Die Deutschen bekämpfen in erster Linie sich selbst mit Inbrunst und brutaler Ignoranz so wie z. B. einst im Mittelalter die Dynastien (Welfen gegen Staufer), im 30jährigen Krieg die christlichen Konfessionen, im 18. Jahrhundert absolutistische Fürsten. Das dadurch stets entstehende Machtvakuum wurde grundsätzlich von ausländischen Mächten gefüllt, sei von der römischen Kirche, den Schweden oder Napoleon I. Auch heute wird es kein Machtvakuum geben. Die Mehrheit der (West-) Deutschen mag einen morbiden Drang zur Selbstabschaffung haben, aber niemand in der Welt wird Mitten in Europa einen anarchistisch-ökologischen Hippiestaat mit kleinen Kalifaten dazwischen dulden. Die Ordnung wird aus dem Ausland kommen.
CaTo23: Ich sage einfach mal, was ich mir z. B. von einer Politikwende, die den Namen auch verdient, erhofft hätte: Eine grundlegende Reform des umlagefinanzierten Rentensystems. Wenn die Menschen sich ändern, muss man das System anpassen und nicht die Menschen müssen sich dem maroden System anpassen, wie es heute leider ist. Niemand bekommt Kinder für ein Rentensystem oder will bis 75 arbeiten. Da gehört auch das Beamtensystem auf den Prüfstand. Warum müssen Lehrer z. B. Beamte sein? Warum müssen Beamte nicht auch für ihre Pensionen Beiträge bezahlen oder die vollen Krankenversicherungsbeiträge?
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