Leben in der real existierenden Post-Merkel-Ära

vor mehr als 1 Jahr

Leben in der real existierenden Post-Merkel-Ära
Bildquelle: Apollo News

Als ich noch nicht alle meine Milchzähne verloren, den Glauben an Feen noch nicht so ganz aufgegeben und noch sehr viele Schuljahre vor mir hatte, da war mein wöchentliches Taschengeld von zwei Euro ein kleines Vermögen für mich. Es schaffte seinen Weg nie in meinen kleinen rosa Sparteddy, sondern wurde so investiert, wie es meine Mitschüler alle taten: Bei dem kleinen Lottoladen um die Ecke.

Dort konnte man sich seine eigenen Süßigkeiten-Tüten zusammenstellen. 5 Cent für die kleineren Teile, die großen Schlümpfe, die fast so groß waren wie meine Hand, kosteten 25 Cent, die sauren Kaugummis 50 Cent. So ein Kiosk ist für ein Kind ein ziemlich interessantes Geschäft.

Der Lottoladen lag auf meinem Schulweg. Es war ein ganz besonderer Tag, wenn er die oberste Schlagzeile der Bild-Zeitung in einem Aufsteller vor dem Laden ausstellte. Kinder können sich nicht wirklich selbst informieren, sie erfahren nur, was die Erwachsenen ihnen erzählen. Aber dieser Aufsteller ermöglichte es, wenigstens eine Nachricht selbst zu erfahren.

Das waren Flugzeugunglücke, der Tod von Steve Jobs, Kreuzfahrtschiffunglücke, der Tod von Michael Jackson. Oft waren die Schlagzeilen jedoch ebenso wenig jugendfrei wie die seltsam geformten Spaßnudeln und das weitere Repertoire für Junggesellinnenabschiede, die man im Lottoladen kaufen konnte.

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