An Ödnis ist dieser Abend kaum zu überbieten. Vier Köpfe, kein Thema, eine Stunde Laberei um keinen Brei, von heiß gar nicht zu sprechen. Wenn man bedenkt, dass Markus Lanz allein für die Moderation dieser dreimal wöchentlichen Talk-Sendung pro Jahr satte 1,9 Millionen Euro einstreicht, kann man solch eine „Talg“-Show, wie sie gestern Abend abgeliefert wurde, im Grunde nur als bodenlose Frechheit bezeichnen.
Lanz kündigt die lahme Ente, die er da im Ofen hat, ganz ungeniert an: Man wolle „ausnahmeweise mal nicht über harte Tagespolitik sprechen“, droht er. Damit ist das Maß der intellektuellen Verhohnepiepelung allerdings nicht einmal ansatzweise beschrieben.
Zu Gast: Franz Müntefering, 85 Jahre alt, SPD-Grande, Ex-Parteichef und Ex-Vizekanzler. Ein Parteikader, der bekanntermaßen noch nie in seinem Leben von irgendeiner besonderen Vision belästigt worden wäre. Einer aus der Riege jener, die maßgeblich das Parteiensystem von heute geprägt haben: ein Apparat, der Rückgratlosigkeit belohnt und sich seine angepassten Nullkompetenz-Funktionäre wie Zombies selbst heranzüchtet. Eigener Charakter, eigener Kopf, eigene Ideen – alles nicht mehr gefragt. Spur halten, ducken, hochdienen.
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