Bei Lanz: Lauterbach mit der Wahrheit weiter auf Kriegsfuß

vor 8 Monaten

Bei Lanz: Lauterbach mit der Wahrheit weiter auf Kriegsfuß
Bildquelle: Tichys Einblick

Tempi passati – vorbei die Zeit, als Lauterbach abends bei Lanz gewissermaßen zum Inventar gehörte. Zu Coronazeiten war er stets gern gesehen, wurde von Lanz als Experte hofiert. Fast wöchentlich durfte er haltlose Versprechen und Unwahrheiten verbreiten („Die Impfung ist quasi nebenwirkungsfrei“). Lanz hat ihn geradezu ins Ministeramt gequatscht.

Und heute? Da sitzt Lauterbach im Studio, schwindelt wie gewohnt – doch er bekommt plötzlich Gegenwind. Lanz platzt gleich mehrfach der Kragen. Und nicht nur ihm, auch dem Chef der Jungen Union, Johannes Winkel. Bei diesem aber platzt wiederum Lanz der Kragen. Ein Abend der zerstörten Hemden.

Bisweilen kommt man sich vor, als sei man aus Versehen in die dröge Debatte einer Rentenkommission geschlittert. Es geht darum, ob und wie das Rentenniveau nach dem Jahr 2031 gesichert werden soll. Ein Streit, der seit Tagen die Union beschäftigt, weil Friedrich Merz sich urplötzlich auf die Seite der SPD geschlagen hat und dafür auf dem Deutschlandtag der Jungen Union mächtig Prügel kassierte.

Kein Pappenstiel also, doch für Lauterbach ist es genau das. Er unterstellt Winkel sogar Verschwörungstheorien. Es sei „brandgefährlich“ und „eine Räuberpistole“, zu behaupten, Bärbel Bas habe den Satz „hineingeschmuggelt“, blafft er Winkel an. Problem: Winkel hat das gar nicht gesagt. Schwindel Nummer Eins. Und Lauterbach streitet ab, dass der Satz überhaupt neu sei. Schwindel Nummer Zwei, wie man auf dem Bildschirm in Hintergrund sehen kann. Denn dort steht der Satz geschrieben. „Diese Unterstellung ist falsch, das bringt Gift in die Debatte“, sagt Lauterbach. „Wenn Sie hier die Koalition sprengen für 1,5 Prozent der Rentenausgaben, dann machen Sie einen Megafehler, weil das ist es de facto nicht wert.“

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