Bereits bei Punkt eins – unser tägliches Trump-Bashing gib uns heute – legt die Sendung eine abstruse Messlatte. Im trauten Zwiegespräch mit seinem Freund, US-Korrespondent Elmar Theveßen – lästert Lanz, dass der amerikanische Vizepräsident JD Vance in Mailand ja mächtig ausgepfiffen worden sei. Bei der Eröffnung der Olympischen Spiele habe es lautstarke Proteste gegeben. Theveßen ergänzt noch, dass der amerikanische TV-Sender NBC sogar den Ton heruntergeregelt habe, um es zu kaschieren. „Schauen wir uns das mal an“, sagt Lanz voller Vorfreude und lässt die Szene einspielen. Aber was sieht der Zuschauer? Einen JD Vance, fähnchenschwenkend, die US-Sportler beim Einlaufen – und wenn man sich sehr bemüht und die Ohren spitzt, kann man durchaus auch ein paar Pfiffe hören.
Hmm, das war jetzt nicht so überzeugend. Lanz muss zugeben, dass es dann doch „etwas unterging“, fügt aber schnell an, er kenne Leute, die im Stadion gewesen seien und „es war ganz sicher gut zu hören“. Theveßen stimmt mit ein: Selbst das Trump-Lager sei teilweise gegen Trump: „Es gibt viele, viele, die sich schämen.“
Diese stümperhafte Inszenierung steht sinnbildlich für den Verlauf der ganzen Sendung. Es geht um das neue Grundsatzprogramm der SPD, Russlands „Dmitrijew-Paket“ in Sachen Ukraine und die Lage Europas. Und zu all dem erfährt der Zuschauer im Wesentlichen nichts Wesentliches.
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