Ein Abend in ARD und ZDF: Willkommen in der Parallelwelt

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Ein Abend in ARD und ZDF: Willkommen in der Parallelwelt
Bildquelle: Tichys Einblick

Lanz dürfte heute langweilig werden, das ist schon beim Blick ins Fernsehprogramm klar. Die SPD-und CDU-Oberen ducken sich weg, nur Stephan Weil traut sich noch ins Studio. Der niedersächsische SPD-Ministerpräsident kann frohgemut über das Koalitionspapierdebakel plaudern, denn er geht demnächst sowieso in Rente.

Die fehlende Vorfreude auf den mitternächtlichen Talk versüßen, pardon: versalzen wir uns mit einem Streifzug durch das restliche Abendprogramm. Kommt selten vor, zugegeben. ARD und ZDF kann man eigentlich nur anschauen, wenn es Geld dafür gibt.

Und womit? Mit Recht. Und Fug. Denn was uns das öffentlich-rechtliche Sendesystem präsentiert, spottet wirklich jeder Beschreibung. Wenn dies die Kerninformationen des Tages sein sollen, die ARD und ZDF für ihre Zuschauer herausgesucht haben, um ihren „Bildungsauftrag“ (so steht es im Rundfunk-Staatsvertrag) zu erfüllen, na dann mal gute Nacht. Es wirkt wie eine Parallelwelt.

Bei „Frontal“ geht es um eine Nierentransplantation in Kenia, „Trumps Zollchaos“ und Deutschlands Wirtschaft. Zwei Unternehmer klagen über den Industriestrompreis und die mangelnde Planungssicherheit. Unbezahlbare Strompreise für den einfachen Bürger – kein Thema. Auch die Migrationskrise wird aus einer erstaunlichen Perspektive beleuchtet. Der Fall: Vereine, die sich gemeinnützig nennen, machen mit Flüchtlingsunterkünften Kasse, mieten schimmelige Buden an und vermieten sie zu Wucherpreisen weiter. Gezahlt wird der Reibach vom Jobcenter oder direkt von der Stadt. Doch was prangert Frontal an? Nicht etwa die Drahtzieher. Sondern die Stadtverwaltungen, weil sie die Gelder bereitstellen und zu wenig prüfen. Hier würde schließlich Steuergeld verplempert. Ein Teilaspekt, sicher. Aber dass die Städte und Gemeinden angesichts explodierender Migrantenzahlen möglicherweise schlicht überfordert sein könnten? Kein Thema.

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