Irgendein CDU-Ministerpräsident fordert, faule Bürgergeld-Bagage nicht länger sanktionsfrei zu finanzieren, und CDU-Wadephul will, dass die NATO-Außenminister auf das 90-Milliarden EU-„Darlehen“ an die Ukraine „noch einmal bilateral auch mindestens dieselbe Summe“ drauflegen. Bilateral, soso. Das Unions-Treiben ist inzwischen wie ein Autounfall – man kann nicht wegschauen. Nun haben CDU-Strategen eine Broschüre auf den Weg gebracht, die die AfD als gefährlich diffamiert. Auf den Weg gebracht ist nicht ganz richtig. Interessierte müssen sie in der CDU-Zentrale abholen, oder, wie die Grüne Franziska Brantner und Genossen, online liken. Die AfD, behaupten die Unionisten, will einen „Ein-Parteien-Staat so wie in der DDR oder im Nationalsozialismus“. Wobei es in der DDR ganz viele Parteien gab, sogar eine Art FDP – also war die DDR eigentlich wie „unsere Demokratie“ heute, nur ohne die AfD.
♦ Apropos DDR. Da kümmerte sich die Staatssicherheit auch um das akustische Wohlergehen des sozialistischen Volkskörpers und erstellte Listen mit verbotenen Liedern. Eine solche Liste gibt es offenbar auch in Erlangen, wo CSU, SED und SPD Lieder mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ auf den Volksfestindex setzten. Nix mehr mit „Wir fahr’n in’ Puff nach Barcelona“ (CO2-Abdruck!), „10 nackte Friseusen“ (frauenfeindlich), „20 Zentimeter“ (§ 188 StGB; bitte gugeln). Auch die Liebe (überholtes soziales Konstrukt) darf in Erlangen nur mit vorab genehmigtem Text thematisiert werden. Eine gewisse „Joana“, angeblich geboren, um Liebe zu geben, darf nicht mehr besungen werden. Schon weil der Pöbel auf das flehentliche „Joana“ ständig mit „Du geile Sau“ antwortet. So nicht, Freunde! So nicht! Man kann auch mit „Friedrich Merz – Ich hab‘ noch niemals was regiert“ Freude haben!
♦ Platzt der Wal noch vor der Koalition? Was beim einen der Lauf der Natur, ist beim anderen die eigene Dummheit. Ausgerechnet die Babyboomer mit der „Rente mit 70“ zu bespaßen, ist schon mal eine suboptimale Idee. Wenn dann auch noch der Hohlsteiner Genosse Günther (CDU) öffentlich von sich gibt, die Linke (früher berüchtigt als SED) sei ein akzeptabler Koalitionspartner, dann dürften bald bundesweit Umfrage-Zahlen wie zuletzt in Sachsen herauskommen: CDU 21%; AfD 42%. Selbst die neun Jahre Habeck, die die steuerzahlenden Bürger pro Kopf tausende Euro gekostet haben dürften, verklärt der Unbelehrbare Günther: „Im Rückspiegel kenne ich eigentlich in der gesamten Unionsfamilie niemanden, der unsere Strategie im letzten Bundestagswahlkampf, die Grünen in Bausch und Bogen zu verdammen, noch für richtig hält.“
♦ Der Bart ist bereits ab, nun hat Bayerns Söder Kreide bestellt, viel Kreide. Denn er will „künftig stärker darauf achten, dass Ton und Stil der Lage unserer Demokratie angemessen sind“. Das Bild ist vielleicht etwas schief (Söders, nicht unseres). Denn beim Anblick „unserer Demokratie“ kann man nur noch laut schreien.
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