Die Bundesregierung plant den Bau neuer Gaskraftwerke, um den Wegfall von Kern- und Kohlekraft zu kompensieren. Schon in weniger als fünf Jahren, so steht es im Koalitionsvertrag, will man neue Anlagen mit einer Gesamtleistung von bis zu 20 Gigawatt fertiggestellt haben – das entspricht etwa 40 bis 100 Kraftwerken. Ein „utopisches Vorhaben“, meinen Experten.
„Wir brauchen flexible Gaskraftwerke, die dann Strom liefern, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Und das brauchen wir schnell“, sagte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) vor einigen Wochen beim Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee.
Der Bau der geplanten Gaskraftwerke ist ein dringliches Vorhaben. Denn wegen des geplanten Kohleausstiegs bis 2038, an dem auch die Merz-Regierung nicht rütteln möchte, müssen neue Anlagen zumindest einen Teil an steuerbarer Energie ersetzen, der durch die Abschaltung von Kernkraftwerken und Kohlekraftwerken wegfällt. Bis 2025, soweit der Plan, sollen Kohlekraftwerke mit einer Leistung von rund 30 Gigawatt (GW) stillgelegt werden. Das entspricht in etwa 20 bis 25 durchschnittlich großen Atomkraftwerken. Sie sind nötig, um die politisch gewünschte Erzeugung durch volatile Quellen wie Wind- und Sonne abzusichern.
Katherina Reiche, Bundeswirtschaftsministerin, auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel 2025 am Tegernsee.
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