Die französischen Kommunalwahlen sind nicht nur ein Testlauf, sondern auch ein Labor des politischen Frankreich. Aus Bürgermeistern können hier rasch nationale Kandidaten werden. Am Sonntag haben sie mit dem ersten Wahlgang begonnen. Schon am ersten Wahlsonntag konnten sich einige Amtsinhaber ihre Wiederwahl sichern, darunter die Bürgermeister zweier südfranzösischer Städte: Perpignan und Fréjus. In beiden Städten wurden die Amtsträger des Rassemblement national (RN) schon im ersten Wahlgang bestätigt. Außerdem lag die RN-Kandidatin Laure Lavalette in Toulon mit 39 Prozent vorn und könnte das Rathaus der Mittelmeerstadt im zweiten Wahlgang gewinnen. Im nordfranzösischen Hénin-Beaumont wurde der RN-Bürgermeister mit 78 Prozent im ersten Wahlgang wiedergewählt. Marine Le Pen, selbst noch mit einem Prozess um ihr passives Wahlrecht beschäftigt, sprach von einem „immensen Sieg“ für ihre Partei.
Anstoß erregten allerdings Anschuldigungen des RN-Kandidaten in Marseille, Franck Allisio. Allisio ließ durch seinen Kampagnenleiter mitteilen, dass es Unregelmäßigkeiten in mehreren Wahllokalen der Großstadt gegeben habe. Einige Lokale seien nicht rechtzeitig um acht Uhr geöffnet worden. Anderswo soll es an Wahlzetteln für seine Partei gefehlt haben oder dieselben seien beschädigt gewesen, angeblich von einem Cutter teils zerschnitten. Das Fehlen von Stimmzetteln bestätigen auch Vertreter der Linken. Es scheint keine gute Organisation in der Mittelmeer-Metropole zu geben.
Aber auch in Paris wurden offenbar Wahlzettel, von denen es für jeden Kandidaten einen gibt, vertauscht, teilte dort die Partei La France insoumise (LFI) mit und will die Zettel doch irgendwie mitzählen. Gravierende Mängel also auch in der Hauptstadt. Sie könnten das Ergebnis verfälscht haben, wenn ein Wähler von RN oder LFI durch Unordnung im Wahllokal zum falschen Zettel griff.
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