Am Samstag eröffneten Jan Böhmermann und seine „Gruppe Royale“ im Haus der Kulturen der Welt (HKW) die Veranstaltungsreihe Die Möglichkeit der Unvernunft – unterstützt durch Steuergeld. Während die Eröffnung der Ausstellung bereits mit Geschmacklosigkeiten begann, konnte das Konzert am Abend in dieser Hinsicht durchaus mithalten. NIUS war vor Ort und hat sich angeschaut, worauf sich der Besucher bei der Eventreihe gefasst machen sollten.
Pünktlich um 09:00 Uhr öffnete der Meisterkomödiant des öffentlich-rechtlichen Rundfunks den Journalisten in Jogginghose und Kapuzenpullover die Tore zu seiner neuen Ausstellung. Die Handys müssen im Vorhinein abgegeben werden, auch während der darauffolgenden Pressekonferenz sind keine Aufnahmen erlaubt. Fragen sind während des Rundgangs ebenso unerwünscht.
Was hat Böhmermann zu verbergen? In morgendlicher Frische eilt er zügig den zahlreichen Journalisten voraus, die seinem Tempo kaum folgen können. Da nützt auch der tragbare Lautsprecher nichts, dessen Rauschen samt Böhmermanns Worten im Wind verschwand.
Aber egal: Das erste Ausstellungsstück wartet draußen bereits aus weiter Entfernung sichtbar und ist auch ohne die Erklärungen des Satirikers zu deuten: Die amerikanische Freiheitsstatue, der das Wasser bis zur Nase steht. Je nach Sonneneinstrahlung mal mehr, mal weniger aufgerichtet. Das HKW sei damals ein Geschenk eines „freiheitlichen, demokratischen Amerikas“ gewesen, eine Zeitkapsel, die man nun wieder öffnen müsse. Wie er den Zustand des Landes unter Präsident Trump beurteilt, lässt sich am Ausstellungsstück schnell erkennen.
Kritik an Trump und Amerika ist in einer Böhmermann-Ausstellung durchaus erwartbar.
Der Überraschungsfaktor bleibt auch im Gebäude relativ klein. Zu den Ausstellungsstücken zählt unter anderem eine große Büste von Helmut Kohl aus Butter. Trotz des Baumaterials nur wenig geschmackvoll, erinnere die Büste daran, dass Helmut Kohl beizeiten gerne mal ein Stück Butter aß, erzählte Böhmermann den Besuchern. Am Tag der Deutschen Einheit solle die Büste dann angeschnitten werden.
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