Köln: Die Verwahrlosung der Innenstädte

vor 6 Monaten

Köln: Die Verwahrlosung der Innenstädte
Bildquelle: Tichys Einblick

„Der Dom ist großartig!“, betont der Besucher aus dem Ausland pflichtschuldigst und wahrheitsgemäß. Der unsichere Blick verrät die inständige Hoffnung, dass sich der Gastgeber mit dieser Aussage zufriedengeben möge, damit man sich keinen weiteren lobenden Satz über die Rheinmetropole abringen muss.

Denn sobald sich der Blick von den Domtürmen abwendet, bleibt von den Erwartungen, die Touristen hegen, wenig übrig. Schon der kurze Weg von den Gleisen des Hauptbahnhofs zur Domplatte gerät zur olfaktorischen Herausforderung. Der Gestank von Urin ist allgegenwärtig, und wer großes Pech hat, wird Zeuge, wie sich Obdachlose in einem Winkel hinhocken, um sich zu erleichtern.

Die Schneise der Verwahrlosung zieht sich vom Hauptbahnhof vorbei am WDR-Funkhaus, wo man von den miserablen Zuständen nichts mitzubekommen scheint, Richtung Süden und Südwesten durch einst glänzende Einkaufsstraßen bis zum Neumarkt und darüber hinaus.

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