Der Moderator Carsten Spengemann stand vor gut 20 Jahren vor Gericht. Eine Frau warf ihm vor, nach einer Liebesnacht einen Ring gestohlen zu haben. Er sagte, sie habe ihm diesen geschenkt. Aussage gegen Aussage. Eigentlich. Doch der Richter sprach Spengemann schuldig. Der hatte bei den Angaben zu seinem Verdienst nachweislich gelogen. Wer einmal lüge, sei auch weiterhin unglaubwürdig, begründete der Richter den Schuldspruch.
Kevin Kühnert hat auch gelogen. Seinen Rücktritt als Generalsekretär und sein vorläufiges Ausscheiden aus der Politik begründete er mit seiner angeschlagenen Gesundheit. Das ist medial ein scharfes Schwert. Niemand traut sich so ohne weiteres, eine Aussage zur eigenen Gesundheit in Frage zu stellen. Gleichzeitig verschafft sie dem vermeintlichen Kranken eine Art Welpenschutz. Wer will schon einen Verriss über die Karriere eines Dahinsiechenden verfassen?
Dieser Welpenschutz hat konkrete politische Folgen: Die beiden letzten rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten, Kurt Beck und Malu Dreyer (SPD), sind beide vorzeitig mit dem Hinweis auf ihre Gesundheit zurückgetreten. Beck hatte mit dem Nürburgring und dem Flughafen Hahn eine unglaubliche Serie von Pannen zu verantworten. Dreyer hatte sich während der Pandemie als Grinch erwiesen, der Ungeimpften das Weihnachtsfest verbieten wollte und dadurch an Beliebtheit eingebüßt. Sowie ihre Macht. Obwohl sie Alexander Schweitzer mit aller Macht und allen Tricks als Nachfolger verhindern wollte, setzte der sich in der SPD durch. TE gehörte zu den wenigen Medien, die den Abgang Dreyers daher als den einer Verliererin beschrieben. Die heimische Presse verteidigte sie erwartungsgemäß. Sie sei krank. Da beweise sie Größe, rechtzeitig zurückzutreten. Ihr da eine Verliererrolle zuschreiben zu wollen, sei infam. Die SPD sitzt immer noch in der Staatskanzlei und genießt das Wohwollen der rheinland-pfälzischen Hofpresse.
DRAMA IN REGENSBURG: Geiseldrama beendet! SEK nimmt Verdächtigen fest - Ein Toter | STREAM










