Der ökonomische Verfall der Bundesrepublik ist hinreichend dokumentiert. Dennoch wirkt die öffentliche Debatte über Ursachen und Folgen der enormen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verwerfungen seltsam blutleer, beinahe apathisch. Ist die Gesellschaft noch nicht bereit, sich mit den Ursachen auseinanderzusetzen?
Der jüngste Datenpunkt, der dem subjektiven Gefühl des Abstiegs ein substanzielles Zahlenwerk an die Seite stellt, stammt vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden. Wenige Tage vor der ersten Landtagswahl des Jahres in Baden-Württemberg veröffentlichten die Statistiker eine Relation, die wir im Alltag längst spüren: Seit der Lockdown-Phase des Jahres 2020 sind die Preise in Deutschland auf breiter Front um 21,8 Prozent gestiegen, während die nominalen Lohnzuwächse in allen Sektoren lediglich rund 11 Prozent betrugen.
Das reale Einkommen der Deutschen ist in diesem Zeitraum damit um etwa elf Prozent gesunken.
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