Es ist ein Hilferuf, der in einem demokratischen Rechtsstaat eigentlich alles in Bewegung setzen müsste. Im Juni 2025 schreiben die Lehrer der Karolina-Burger-Realschule Plus im Ludwigshafener Stadtteil Mundenheim an die Schulaufsicht. Zehn Seiten, dicht an dicht gefüllt mit Vorfällen, Drohungen, Verzweiflung. Ein Schrei nach Hilfe, der ungehört verhallt.
Nur wenige Tage zuvor hatte eine 16-jährige Schülerin eine Lehrerin mit einem Messer bedroht. Der Angriff war kein Ausnahmefall, sondern der traurige Höhepunkt einer Entwicklung, die seit Jahren schwelte. Angst, Aggression, Eskalation – der Schulalltag ist zur Zumutung geworden.
Die Sätze, die Lehrer in ihrem Schreiben dokumentieren, lesen sich wie aus einem Kriminalprotokoll: „Ich schieße euch alle ab.“ – „Wenn ich keine bessere Note kriege, steche ich Ihre Reifen auf.“ – „Leck meinen Schw…, du Schl…!“ Das sind keine Einzelfälle, sondern Teil des täglichen Tons. Eine Schülerin nennt ihre Lehrerin eine „Fotze“, ein größerer Schüler baut sich vor einer Pädagogin auf, Nase an Nase, und erklärt: „Wer sagt das? Mach ich nicht.“ Lehrerinnen werden mit Büchern beworfen, Kolleginnen sprechen von sexuellen Beleidigungen, von Angst, von Schock.
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