IW-Studie: Leistungsträger sind die fiskalischen Packesel der Republik

vor 6 Monaten

IW-Studie: Leistungsträger sind die fiskalischen Packesel der Republik
Bildquelle: Tichys Einblick

Wie gerecht ist Deutschland? Eine Frage mit maximalem politischem Konfliktpotenzial – sie bildet geradezu den Kern des demokratischen Ringens in einer Gesellschaft, die sich zunehmend vom Leistungsprinzip entfernt hat. Nun, da auch die Ökonomie in der Folge schwerer politischer Fehlsteuerungen sichtbar ins Wanken gerät, werden Verteilungskonflikte zur routinierten Debatte in Berlin.

Die aktuelle Diskussion um die Ausweitung der Erbschaftssteuer auf mittelständisches Betriebsvermögen, steigende Bemessungsgrundlagen in der Sozialversicherung und immer neue Ökoabgaben wie eine weiter steigende CO₂-Steuer offenbaren uns zweierlei: Die Debatte läuft bereits heiß, und die Politik reagiert auf die veritable Haushaltskrise, indem diejenigen stärker zur Kasse gebeten werden, die traditionell den Laden am Laufen halten.

Die Steuerstatistik zeigt ein differenzierteres Bild als oft behauptet. Laut den aktuellsten Daten des Statistischen Bundesamtes trugen die obersten zehn Prozent der Einkommensteuerzahler im Jahr 2021 rund 60 Prozent des gesamten Einkommensteueraufkommens, obwohl sie nur etwa 39 Prozent des Einkommens erzielten. Im Gegensatz dazu zahlten die unteren 50 Prozent, die etwa 16 Prozent des Gesamteinkommens erzielten, lediglich sechs Prozent der Einkommensteuer. Diese Zahlen verdeutlichen eindrücklich, wie stark Teile der oberen Einkommensgruppen bereits heute zur Finanzierung des Staates beitragen, ohne dass dieses Faktum die politischen Diskussionen über weitere Belastungen auch nur annähernd tangieren würde.

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