Der Islamische Staat bleibt ein Thema in Syrien. Ist die Haft von zehntausenden IS-Mitgliedern in Nordsyrien, die bisher von Kurdenmilizen sichergestellt wurde, weiterhin gesichert? Angeblich sind zahlreiche Frauen und Kinder darunter, die sich bewusst dem IS angeschlossen haben, schrieb die Tagesschau im Januar. Was hat es mit Videos auf sich, die die Freilassung von IS-Terroristen zeigen, zusammen mit Aussagen, dass dies unter Ahmed al-Scharaa regelmäßig so geschehe? Was soll die angebliche Verlegung der Gefangenen in den Irak gebracht haben? Denn in den Händen der irakischen Justiz droht ihnen angeblich die Todesstrafe, was ja dann auch eine „Flucht“ nach Deutschland begünstigen würde.
Ist der IS also wirklich geschlagen oder reckt er sein Haupt unter der neuen syrischen Führung? Wird ihm gar die Ausbreitung nach Europa und andere westliche Länder erlaubt? Das alles sind und bleiben Fragen, weil man von außen keine Antworten geben kann und daneben alle in der Region, auch nur entfernt Beteiligte oder in Sichtweite Befindliche (Syrer, Kurden, Amerikaner, Drusen, Israelis) Partei sind. Laut Handelsblatt entkamen in einem Fall 120 IS-Terroristen, von denen die Kräfte al-Scharaas 81 umgehend wieder eingefangen haben wollen. Laut der kurdischen SDF (Syrian Democratic Forces) waren es aber 1.500 entflohene Terroristen.
Die Einschätzung, dass ein ehemaliger Al-Nusra-Terrorist, der dank einem Beschluss des US-Außenministeriums vom 8. Juli 2025 keiner terroristischen Vereinigung mehr angehört, dass also der Machthaber Syriens Ahmed al-Scharaa die Befreiung seiner sunnitischen Glaubensbrüder aus kurdisch geführten Verliesen erleichtern und befördern könnte, ist gar nicht abwegig, sondern eher logisch und plausibel. Die Befreiung radikaler Islam-Kämpfer würde – leider – auch zu den wiederkehrenden Drangsalierungen und Massakern andersgläubiger oder vielleicht auch nicht gläubiger Bevölkerungsteile passen, die allerdings auch von al-Scharaas eigenen HTS-Leuten – also den einst als radikale Terroristen geltenden al-Nusrah-Frontisten – oder sonstigen Islam-Kämpfern in Syrien begangen werden könnten, die nicht aus kurdischer Haft stammen. Wie gesagt, weiß man nicht, wer genau heute Alawiten und orthodoxe Christen in Syrien schlachtet. Al-Scharaa will es nicht gewesen sein, aber er ließ mehrere Vorfälle zu.
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