Benzinpreis-Proteste in Irland weiten sich aus

vor 3 Monaten

Benzinpreis-Proteste in Irland weiten sich aus
Bildquelle: Tichys Einblick

Seit Dienstag setzen Landwirte, Spediteure, Lohnunternehmer, Taxiunternehmer und weitere Demonstranten in Irland das Land nicht mit wirksamen Blockaden unter Druck. Straßen in Dublin wurden verstopft, Häfen behindert, Tanklager blockiert, Zufahrten zu Verteilzentren abgeschnitten. Am Ende geriet sogar Whitegate in Cork ins Zentrum der Auseinandersetzung, die einzige Raffinerie des Landes. Binnen weniger Tage liefen Tankstellen leer, Lieferketten gerieten unter Druck, und aus wachsender Wut über explodierende Dieselpreise wurde ein landesweiter Aufstand jener Berufsgruppen, ohne die kein Staat funktioniert.

Reuters und AP berichten, dass die Proteste inzwischen in den fünften Tag gegangen sind und sich die Störungen von einzelnen Aktionen zu einer Krise der Versorgung ausgeweitet haben.

Hier stehen nicht Berufsempörte mit Regenbogenfahnen auf einer Bühne, sondern Menschen, die fahren, liefern, ernten, ziehen, verteilen und den wirtschaftlichen Alltag eines Landes überhaupt erst möglich machen. Sie erleben den Preisschock als direkten Angriff auf ihre Existenz. Während Regierungen end- und oft ergebnislos über Zuschüsse, Entlastungspakete und Gesprächsformate reden, rechnen diese Leute mit täglichen Tankfüllungen, Margen, Aufträgen und dem nächsten Monat. Wenn Dieselpreise in kurzer Zeit um mehr als 20 Prozent nach oben schießen, wird aus politischer Distanz rasch ganz konkreter Engpass und wirtschaftliche Verzweiflung.

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von Tichys Einblick

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von Tichys Einblick zu lesen.

Weitere Artikel