Neue Sanktionen gegen den Iran wegen seines Atomprogramms treten Sonntag um 2 Uhr morgens deutscher Zeit in Kraft. Dies beschlossen die Vereinten Nationen in ihrer Sitzung. Konkret ist es verboten, dem Iran Waffen zu liefern, dem Iran sein Uran anzureichern sowie dem Iran dabei zu unterstützen. Iranischen Regierungsmitgliedern wird mit dem neuen Sanktionspaket Vermögen im Ausland eingefroren.
Als Reaktion auf das neue Sanktionspaket beorderte der Iran seine Botschafter aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien zurück. Begründet wird dieser Schritt im iranischen Staatsfernsehen mit dem „unverantwortlichen Verhalten der drei europäischen Länder, die zurückgenommenen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats wieder einzusetzen“. Irans Verbündete Russland und China versuchten, das Sanktionspaket im Sicherheitsrat noch um ein halbes Jahr hinauszuzögern. Mit nur vier Stimmen für den Vorschlag bei neun dagegen und zwei Enthaltungen scheiterte der Vorstoß klar.
Seit 2015 werden die Sanktionen gegen den Iran schrittweise abgebaut. Bei Verstößen gegen das internationale Atomabkommen können die Sanktionen jedoch wieder eingeführt werden, wenn eines der fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats oder Deutschland den sogenannten Snapback-Mechanismus aufgrund von Verstößen gegen das Atomabkommen auslösen. Ende August lösten Frankreich, Großbritannien und Deutschland gemeinsam diesen Mechanismus aus. Infolge dessen treten 30 Tage nach dem Auslösen die Sanktionen automatisch in Kraft, wenn der UN-Sicherheitsrat nicht dagegen stimmt.
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