IEA warnt: Europa hat das Ausmaß der Ölkrise noch nicht verstanden

vor 4 Monaten

IEA warnt: Europa hat das Ausmaß der Ölkrise noch nicht verstanden
Bildquelle: Tichys Einblick

IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol warnt aktuell laut Agence France-Presse vor der schwersten Energiekrise seit Jahrzehnten: „Wir stehen vor der größten Bedrohung der Energiesicherheit in der Geschichte der Menschheit“, sagte Birol in einem Interview. Der Konflikt rund um den Iran hat zu einer faktischen Blockade der Straße von Hormus geführt und löst die größte Versorgungsunterbrechung auf dem globalen Ölmarkt aus, die jemals verzeichnet wurde.

Durch diese Engstelle, durch die normalerweise 20 Prozent des weltweiten Ölverbrauchs transportiert werden – etwa 20 Millionen Barrel pro Tag an Rohöl und Produkten – kommen kaum noch Tanker. Zudem wurden Raffinerien beschädigt und große Produktionsbetriebe lahmgelegt. Die IEA schätzt, dass die Krise schlimmer ist als die beiden Ölkrisen der 1970er Jahre zusammen. Der Gasmarkt sei fast doppelt so stark betroffen wie nach dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine 2022. Die Wiederherstellung normaler Öl- und Gasflüsse aus der Golfregion könnte nach einem Waffenstillstand noch Monate, in manchen Szenarien sogar noch weit länger dauern.

Die Rohölpreise haben die Marke von 100 Dollar pro Barrel überschritten, Diesel, Kerosin und Flüssiggas (LPG) verteuern sich noch stärker. Besonders betroffen sind Entwicklungs- und Schwellenländer in Asien, aber auch Europa und die USA spüren die Folgen durch steigende Inflationsrisiken, deutlich höhere Lebenshaltungskosten und potenzielle Stagflation. „Der Krieg im Nahen Osten schafft eine große Energiekrise, einschließlich der größten Versorgungsunterbrechung in der Geschichte des globalen Ölmarktes“, erklärte Birol. Und: „In Abwesenheit einer schnellen Lösung werden die Auswirkungen auf Energiemärkte und Volkswirtschaften immer gravierender.“ Die IEA betont, dass die Politik die Dimension dieser Krise bislang unterschätzt.

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