Die Grenzregion Israels zum Libanon war bis zum 7. Oktober 2023 Wohn- und Urlaubsgebiet für Gäste aus den dichtbesiedelten Zentren rund um Tel Aviv und Jerusalem. Seit Wochen sind Städte wie Kiryat Shmoneh, Metulla und Rosh Hanikra Kriegszone, obwohl die USA und der Iran am 8. April einen Waffenstillstand vereinbart haben. Doch zu spüren ist im äußersten Norden davon nichts. Die Terror-Organisation Hisbollah hat eine tödliche Waffe entdeckt, die sie täglich nutzt: FPV, die First-Person-View-Drohne, gegen die Israel keine wirkungsvolle Abwehr besitzt.
Die israelischen Abendnachrichten sind voll mit Klagen der Bewohner im Norden: „Wenn das ein Waffenstillstand ist, will ich nicht wissen, wie ein Krieg aussieht. Der Norden ist Kampfgebiet. Wenn Politik und Militär keine Lösung dafür finden, werden wir die Region verlassen“, beklagen sich Mütter und Väter vor laufenden Kameras. Videos zeigen, wie Schüler versuchen, sich unter ihren Schulbänken in Sicherheit zu bringen.
Die Ursache des Übels ist eine Mini-Drohne, die im Eigenbau leicht und billig hergestellt werden kann. Mit Sprengstoff angereichert ist sie eine tödliche Waffe. 12 Menschen sind bisher gestorben, viele wurden verletzt, auch die Sachschäden sind erheblich. Das Teuflische an dieser Drohne ist, dass sie aus kurzer Distanz, nur wenige Kilometer vom Feind entfernt, abgeschossen wird. Es handelt sich um eine Kamikaze-Drohne, die ursprünglich für den Rennsport- oder Hobbybereich entwickelt wurde und jetzt für Terrorzwecke geradezu ideal ist. Die FPV-Drohne hat sich im Krieg in der Ukraine bewährt und wird inzwischen auch vom Libanon aus gegen Israel eingesetzt.
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